27.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Geschichte des Hirtenhauses reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück

von Redaktion OnetzProfil

Weit zurück reicht die Geschichte des Hohenwalder Hirtenhauses. Die in den Schmalzregistern des Klosters Waldsassen von 1690 bis 1714 erhaltenen Rechnungen führen an, dass alle Hohenwalder Anwesen dem Kloster Schmalz liefern mussten, die großen Höfe drei bis dreieinhalb Maß, das Schäfer- und Hirtenhaus ein Maß. Die älteste Beschreibung des Hirtenhauses stammt aus dem Jahre 1809. In den "Besitzfassionen" erscheinen die Häuser Nr. 15 und 16 als Hirten- und Schäferhaus. Im Urkataster aus der Zeit um 1840 erscheint das Haus 15 als "Hirthaus zu Dorf" auf dem 0,04 Tagwerk großen Flurstück 25. Die Bebauung wurde mit "Wohnhaus mit Stall und Schupfe" angegeben. Eigentümer war die Gemeinde Hohenwald, und zwar "seit Urfürdenkliches". Zum Anwesen zählten allerdings auch die Flurstücke 26 (Gras- und Pflanzgarten) und .36, wo der Gemeindebackofen stand.

Ein Vermerk beim Schäferhaus, dass die Schmalzabgabe auch von Insassen und Herbergsleuten zu entrichten sei, lässt vermuten, dass das Gebäude schon damals auch als Gemeindearmenhaus diente. 1889 wurde die Unterbringung von Gemeindearmen im Haus 16 durch ein Dokument des Bezirksamtes bestätigt. Durch die Jahre wurden an de Gebäuden immer wieder Schäden festgestellt. Bei einer Visitation 1910 wurde vermerkt, dass der Abort viel zu weit vom Hirtenhaus entfernt ist. Daher soll er von den Bewohner auch nicht benützt worden sein. Die Überlieferung der Visitationsprotokolle bricht noch vor 1914 ab. Bezeugt wird dann erst wieder das Ende des benachbarten Hauses 16 im ersten Vierteljahr 1928. Bei Abschluss des Katasters um das Jahr 1957 war das Haus 15 immer noch Gemeindeeigentum und verfügt nach diversen Verkäufen von landwirtschaftlichen Flächen in den Jahren 1931 bis 1956 noch über eine Gesamtfläche von 79,63 Hektar.

In den Nachkriegsjahren stand das Hirtenhaus offenbar einige Zeit leer. Über einen Hirten verfügte das Dorf nicht mehr. 1952 sollten nach einer Renovierung Flüchtlingsfamilien einziehen. Doch die Gemeinde konnte sich die Arbeiten (Installation von elektrischem Licht) nicht leisten und die zwei Familien weigerten sich einzuziehen. Im Sommer 1954 kam der heimatvertriebene Waldarbeiter Karl Hollick als Mieter in Frage. Hollick hat wohl auch verschiedene Arbeiten auf eigene Rechnung ausgeführt und durfte dafür einige Jahre mietfrei wohnen. Bei der Eingemeindung von Hohenwald wurde auch das von Hollick bewohnte Wohnhaus Nr. 15 der Stadt übertragen.

(Angaben aus dem Staatsarchiv Amberg) und den Unterlagen der Stadt und Gemeinde)

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