Gespräch mit der langjährige Rektorin der Auerbacher Realschule, Schwester M. Beata Wittmann
Ein Leben mit Gott und für die Schüler

Die langjährige Rektorin der Auerbacher Realschule, Schwester M. Beata Wittmann, feiert am Freitag ihren 80. Geburtstag. "Ich war ein Kind des Böhmerwaldes", erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie wurde 1946 mit der Familie von Hirschau im Sudetenland ausgesiedelt. Zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern kam sie nach Bamberg. Damals hatte das junge Mädel bereits die Volks- und Bürgerschule besucht, konnte aber in der 6. und 7. Jahrgangsstufe wegen des Krieges und der Vertreibung nicht am Unterricht teilnehmen.

Kontakt zu Schulschwestern

In Bamberg besuchte Beata Wittmann die 8. Klasse Volksschule. Ein Lehrer meinte, sie solle weitermachen. "Doch das war damals für uns nicht möglich", bis sie Kontakt zu den Schulschwestern von unserer lieben Frau bekam. "In Bamberg traf ich eine Schwester aus Auerbach, da kam der erste Kontakt zustande." Bei einem Besuch der damaligen Provinzoberin fragte diese dann, ob Beata gerne Lehrerin werden möchte. "Das war ein Traum, der für mich bis dahin nicht in der Nähe lag."
Der Orden der Schulschwestern wollte ihr den Weg dahin ermöglichen. Ob sie damals schon wusste, dass sie Klosterschwester werden wolle, fragen wir nach. "Nein. Als 15-Jährige weißt du noch nicht, ob du in ein Kloster passt." Die Oberin bot ihr das Leben im Orden mit der Ausbildung zur Lehrerin an, "und wenn Du merkst, das geht nicht, dann kannst uns auch wieder verlassen."

Doch im Laufe der Zeit wuchs in Beata das Gefühl, dass sei der richtige Weg. "Da steckt Gottes Ruf dahinter, das spürte ich." Zunächst aber besuchte die junge Frau in Dillingen das Gymnasium, machte Abitur und begann die Lehrerinnenausbildung. Von 1948 bis 1956 dauerte dieser Weg, 1957 folgte dann der Eintritt in den Orden mit der Einkleidung. Von 1956 an unterrichtete Beata Wittmann an der Volksschule in Kirchenthumbach, während des Noviziats in Michelfeld, später in Auerbach. Dann wurden Lehrkräfte an der Realschule in Auerbach gebraucht. "Ich machte die Weiterbildung zur Realschullehrerin in München und ging 1961 hierher", erinnert sich die Ordensschwester.

Hausaufgabenbetreuung

Bis 1996 wirkte sie an der Realschule im Kloster, zunächst als Lehrkraft für Wirtschaft und Recht, Buchführung und Religion. 1984 übernahm sie von Schwester Pauline das Amt der Rektorin. 1996 folgte ein erneuter Wechsel an die Mädchenrealschule nach Schwandorf, bis 1998. Nun kehrte Beata nach Auerbach zurück, wo sie begann, die Hausaufgabenbetreuung für Realschüler aufzubauen.

Noch heute betreut sie an den Nachmittagen die Schüler im Haus St. Josef. "Das ist sehr schön, ich brauche keine Noten zu geben", schmunzelt sie. "Wenn ein Schüler sagt, das kann ich nicht, dann darf ich ihn unterstützen und motivieren, und wenn's dann klappt, dann erfüllt mich das." Zwischenzeitlich war Schwester Beata Wittmann aber ab 2007 noch in Pfronten als Oberin eingesetzt. Dort führen die Schwestern einen großen Kindergarten und einen Hort. 2011 kehrte sie endgültig nach Auerbach zurück.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.