Gespräch mit Diakon Frank Schwegler, der am Wochenende zum Priester geweiht wird
Höhepunkt einer langen Reise

Frater Frank Schwegler im Pfarrgarten in Auerbach. Am kommenden Wochenende wird er zum Priester geweiht. Viele Auerbacher werden bei der Feier in Warthausen mit dabei sein. Bild: swt

Seit drei Jahren lebt und arbeitet Frank Schwegler in der Pfarrei St. Johannes in Auerbach. Im vergangenen Jahr wurde er zum Diakon geweiht. Nun folgt am kommenden Wochenende der Höhepunkt einer langen Reise. Frater Frank wird in seiner Heimat Warthausen zum Priester geweiht. Mit unserer Zeitung unterhielt sich der künftige Priester über seinen langen Weg, den er als Spätberufener einschlug.

Geboren im Dezember 1978 wuchs Frank Schwegler in einem christlich geprägten Elternhaus auf. Er besuchte die Grund- und Hauptschule, machte die Mittlere Reife und begann eine Bäckerlehre. Schon zu dieser Zeit stellte er sich oft die Frage, da muss doch noch was Größeres sein, wie funktioniert das sonst alles?

"Schleichender Prozess"

Einen besonderen Augenblick, sich für den Lebenweg als Ordensmann und Priester zu entscheiden, gab es in seinem Leben nicht, erzählt er. "Das war eher sei ein schleichender Prozess." Der sonntägliche Gang zum Gottesdienst war Pflicht in der Familie. "Da gab es mit meiner Schwester und mir schon mal Diskussionen."

"Ihr könnt aufbleiben solange ihr wollt, aber am Sonntagmorgen wird in die Kirche gegangen", betonten die Eltern. Dieser "sanfte Druck", wie ihn Frater Frank nennt, wurde zur lieben Gewohnheit. "Diese Dreiviertelstunde am Sonntag in der Kirche, da kam ich zur Ruhe, die gehörte ganz mir. Keine Arbeit, keine Termine." Nach der Kirche traf man sich mit Freunden und Bekannten. In dieser Zeit wuchs der Wunsch nach mehr Wissen über den christlichen Glauben. Doch zunächst beendete der junge Mann seine Bäckerlehre. Im letzten Ausbildungsjahr fasste er den Entschluss, den theologischen Weg einzuschlagen. "Entweder du traust dich jetzt oder gar nicht mehr!" Frank Schwegler informierte sich über die Möglichkeiten. Das erwies sich als schwieriger als heute, denn damals hatte er kein Internet zur Verfügung. So wandte er sich zunächst an den Pfarrer vor Ort. Der meinte provokativ: "Überleg dir genau was du tust!" Das war für Schwegler erstmal ein Rückschlag.

Anzeige im Sonntagsblatt

Dann fand der junge Mann im Sonntagsblatt eine Anzeige der Hünfeldoblaten in Kronach. In deren Haus in Mönchengladbach konnte man das Abitur nachholen, wenn man in Haus und Garten mithalf. So zog Frank für drei Jahre in diese Ordensgemeinschaft. 1999 war das, gemeinsam mit dreizehn anderen jungen Männern.

Bis 2002 lernten und arbeiteten sie miteinander, heute ist Frater Frank der einzige, der den Weg zum Priester zu Ende führte. Danach ging es für ein Jahr in die Diözese Rothenburg- Stuttgart zurück, wo er die Sprachen Hebräisch, Latein und Griechisch innerhalb eines Jahres lernen sollte. Es folgte das Theologiestudium in Tübingen an der Uni, danach in Landershofen bei Ahrweiler das Seminar für Spätberufene. Unter Regens Stefan Ackermann, dem heutigen Erzbischof von Trier, studierte Frank Schwegler vier Jahre in einer sehr schönen Atmosphäre, wie er sich erinnert.

Familiäre Beziehungen

"Wir hatten Trimester und verschiedene Gastdozenten von überall her. Da haben sich familiäre Beziehungen entwickelt, weil diese mit uns aßen oder auch die Freizeit verbrachten. Landershofen ist inzwischen päpstliche Hochschule, 2008 schloss Schwegler dort das Studium ab und trat in den Orden der Ressurektionisten ein.
Warum gerade dieser Orden? "Alexander Prosche, ehemals Kaplan in Auerbach, der war vor Ort und machte einfach die beste Werbung", schmunzelt Frater Frank. Auch anderen Ordensgemeinschaften ist Frank begegnet, doch er ließ sich von Prosche überzeugen. So wurde er für einen ersten Dienst nach Castrop Rauxel geschickt, wo auch Prosche schon war. "Da graute mir ein bisschen, da ich nur die Klischees vom Ruhrpott kannte", erinnert sich Frater Frank. "Grau und schmutzig." Umso überraschter war er dann, als er dort ankam. "Eine schöne Gegend mit viel Grün und sehr netten Menschen."

Nach einem Jahr ging es nach Neuhaus an der Pegnitz, dann durfte Frank Schwegler nach Rom. Zusammen mit anderen Ordensbrüdern sollte er dort das Lizensiat nachmachen. Ein Lizensiat ist der Inhaber einer akademischen Licentia docendi, der "Erlaubnis, zu lehren". Ein Jahr später ging es zurück in die deutsche Heimat, im Februar 2010 kam Schwegler nach Auerbach.
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