26.04.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Große Katastrophenschutzübung beim Gasspeicher Eschenfelden mit rund 500 Einsatzkräften Flugzeug schlägt brennende Schneise

Ein Szenario, das sich wirklich niemand in Wirklichkeit herbeiwünscht, war am Samstag Zweck einer Katastrophenschutzübung nahe Eschenfelden. Rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK, THW, Polizei, ASB sowie die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamtes arbeitete fast fünf Stunden lang unter Hochdruck.

Notärzte und Rettungsassistenten des BRK arbeiten Hand in Hand , um die Vielen Verletzten zu versorgen und zu stabilisieren, damit sie schnell in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden können. Bild: gf
von Autor GFRProfil

Der Absturz eines Flugzeugs, das eine Warteschleife um den Flughafen Nürnberg drehen sollte, und wegen technischer Probleme notlanden musste, war gemeldet worden. Eine fast 200 Meter lange Schneise habe das Flugzeug in den Wald, unmittelbar neben dem Betriebsgelände „ESCH 1“ der E.ON Gas Storage, geschlagen. Ausgelaufenes Kerosin brennt und das Feuer droht, auf die Speicheranlagen überzugreifen.

Personen liegen im Wrack

Weit über 20 Verletzte sollen rund um die Absturzstelle verteilt liegen, aber auch im Flugzeugwrack seien noch Personen eingeschlossen.

Großalarm wurde für Feuerwehr und BRK ausgelöst, später auch für das THW, das mit schwerem Bergegerät das Flugzeugwrack sicherte, das am Hang abzurutschen drohte. Außerdem suchte die THW-Hundestaffel das nahe gelegene Waldgebiet nach weiteren vermissten Personen ab, die beim Absturz eventuell aus dem Flugzeug geschleudert wurden. Als die ersten Feuerwehren am Übungsort eintrafen, versorgten sie schnell die Verletzten, gestellt von der Jugend der Feuerwehr und des BRK und versuchten den Waldbrand weitgehend zu löschen. Trotzdem dehnte sich das Flammenmeer immer weiter aus und züngelte schon in Richtung Gas-Speicheranlage. Nur mit Hilfe einer Wasserwand konnte Schlimmeres verhindert werden. Dazu wurden im Laufe einiger Stunden fast 40 Feuerwehren aus dem Landkreis nachalarmiert, um mit bis zu 1,5 Kilometer langen Schlauchleitungen aus verschiedenen Löschteichen das dringend benötigte Löschwasser heran zu fördern.

Lagezentrum im Rathaus

Ein Großaufgebot an Ärzten und Rettungskräften des BRK aus dem gesamten nördlichen Landkreis traf ein, versorgte am Verletzten-Sammelplatz die Verwundeten und sorgte für deren schnellen Transport in die umliegenden Krankenhäuser. Mittlerweile war auch Kreisbrandinspektor Peter Deiml am Unglücksort eingetroffen, übernahm die örtliche Einsatzleitung, veranlasste ein Lagezentrum im Rathaus Eschenfelden und informierte die „Führungsgruppe Katastrophenschutz“ im Landratsamt. Das abgestützte Flugzeug wurde durch zwei schrottreife Autos nachgestellt und aus denen drangen Hilferufe. Mit Spreizer und Rettungsschere schnitt die Feuerwehr die eingeschlossenen Insassen frei, wobei einer auf Weisung des Notarztes auf seinem Sitz fixiert in Sicherheit gebracht werden musste.

Wirbel um Frachtbehälter

Ein Expertenteam von E.ON war vor Ort, das Bergamt war eingebunden, ebenso das Luftfahrtbundesamt, dessen Verantwortlicher zwar nur von jemanden gespielt war, der aber mächtig Staub aufwirbelte, als er einen über eine Tonne schweren Frachtbehälter beschlagnahmte, in dem sich offensichtlich illegal verstaute Luftfracht befand. Mittels Autokran schafften die Helfer den Frachtbehälter weg.
Schließlich, nach fast fünf schweißtreibenden Stunden, waren alle Verletzten geborgen, das Feuer unter Kontrolle und die Einsatzkräfte hatten sich die von E.ON spendierte Brotzeit bei der Einsatznachbesprechung in einer Maschinenhalle in Eschenfelden redlich verdient.

Lob von allesn Seiten

Landrat Richard Reisinger und Kreisbrandrat Franz Iberer lobten den zügigen Einsatz, der gezeigt habe, dass die Rettungskräfte im Landkreis durchaus in der Lage seien, auch größere Schadensereignisse zu meistern. Auch Dr. Berthold Saager, Leiter des E.ON-Betriebsbereichs Süd, stellte die „hervorragenden Zusammenarbeit aller Kräfte“ heraus.

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