Hegegemeinschaft Mitterteich zieht bei Jahresversammlung positive Bilanz - Kritik am Geocaching
Mehr als 200 Wildschweine erlegt

Überaus erfolgreich waren die Jagdgenossen der Hegegemeinschaft Mitterteich im vergangenen Jahr. Über 200 Wildschweine konnten die Jäger zur Strecke bringen. Diese hohe Abschusszahl beweise, so betonte eingangs Gemeinschaftsleiter Karl Frank, dass einerseits die Revierinhaber auf dem Gebiet der Schwarzwildjagd nicht untätig gewesen seien, dass andererseits aber auch die Schwarzkittel-Population weiter gestiegen sei.

Zur Jahresversammlung waren fast alle Mitglieder in die Gaststätte Raumberghof gekommen. Karl Frank erinnerte an die grenzübergreifende Drückjagd mit der Hegegemeinschaft Arzberg, an der sich rund 70 Personen beteiligt hätten. Das Ergebnis sei nicht zufriedenstellend gewesen, lediglich fünf Schweine habe man erlegt. Frank warb dennoch für weitere Drückjagden, denn diese Methode sei wohl die effektivste zur Bekämpfung des Schwarzwilds.

Konfrontation gesucht

Kritisch merkte Frank an, dass der Bayerische Bauernverband die Hegegemeinschaftsleiter zu einer Versammlung in Wiesau nicht eingeladen habe, obwohl die Themen Jagdvergabe und Schwarzwild auf der Tagesordnung gestanden hätten. Anstatt miteinander zu reden, habe man per Presse die Konfrontation gesucht. Nicht die Jäger und die Jagdpächter seien schuld am Aufkommen des Schwarzwildes, sondern der ständig zunehmende Maisanbau, die Veränderung der Waldbewirtschaftung und nicht zu vergessen der Klimawandel, stellte Frank klar. Exorbitant hohe Abschusszahlen zeigten, dass die Jägerschaft ihrer Pflicht nachkomme. Viele Jäger seien nicht mehr bereit, Reviere zu veralteten Konditionen zu pachten, weil das Risiko zu groß geworden sei. In Bayreuth gebe es bereits circa 30 Reviere ohne Jagdpächter.
Skeptisch stehe Frank Nachtzielgeräten und den sogenannten Saufängen gegenüber. Hier sollte man auf die Ergebnisse der laufenden Pilotprojekte warten. Das letzte Verbissgutachten vom 19. März habe für die Hegegemeinschaft Mitterteich gute Ergebnisse aufgezeigt. Es gelte weiterhin der Grundsatz "Wald vor Wild". Helmut Völkl von der Unteren Jagdbehörde des Landratsamtes Tirschenreuth ging auf verschiedene aktuelle Themen wie Jagdzeit beim Bockabschuss und Schonzeit für Keiler sowie auf Neuerung beim Waffenrecht ein. Er betonte, dass bei einigen Themen noch Unklarheit bestehe. Forstdirektor Gerhard Schneider informierte über ein Pilotprojekt des Forstbetriebs Waldsassen und der Hegegemeinschaft Waldsassen zur effektiveren Bekämpfung der Wildschweinplage. Noch befinde man sich in der Erprobungsphase. Wenn die Ergebnisse feststünden, werde man an die Öffentlichkeit treten.

Hegegemeinschaftsleiter Frank verlor anschließend noch einige kritische Worte zum Geocaching. Dieser Freizeittrend könne unter Umständen sowohl die Jagdausübung gefährden als auch die Geocacher selbst. Vor allem bei Dämmerung und Dunkelheit bestehe die Gefahr, mit Wild verwechselt zu werden.
Die Bewertung der Trophäen des Jagdjahres 2011/12 brachte folgende Ergebnisse: Eine Gold- und eine Silbermedaille erhielt Josef Weiß (Revier Pechofen), ebenfalls eine Silbermedaille ging an Herbert Böhm (Revier Pleußen). Mit Bronzemedaillen wurden Werner Schedl (Revier Münchsgrün) und Karl Frank (zweifach, Revier Pechbrunn) ausgezeichnet.

Die Ehrung für das beste Schwarzwildrevier (27 erlegte Tiere) wurde Hegegemeinschaftleiter Karl Frank zuteil. Dieser verzichtete aber zugunsten von Günther Weiß und dessen Team vom Revier Wiesau/Falkenberg (52 Abschüsse). Die meisten Füchse erlegte das Team Josef Weiß und Kurt Hügl (Revier Pechofen), wofür es die Fuchstrophäe gab.

"Viel Sitzfleisch"

Forstdirektor Gerhard Schneider zeichnete Hermann Schedl aus Dobrigau mit einem Sitzkissen und einer Flasche Wein aus, weil dieser es durch "besonders viel Sitzfleisch" bei der Bejagung von Wildschweinen auf rund 40 Abschüsse gebracht habe.
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