16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Heizungsbau Neukam besteht 30 Jahre - Auerbacher Familienbetrieb mit derzeit 18 Mitarbeitern Jule (2) schnuppert schon Büroluft

"Mein Chef ist der Kunde. Er sichert meinen Lebensunterhalt und den meiner Familie und Mitarbeiter." Das sagt Siegfried Neukam, selber Chef eines Handwerksbetriebs mit 18 Mitarbeitern, der in diesen Tagen sein 30-jähriges Bestehen feiert. 2500 Bestandskunden und 1,7 Millionen Jahresumsatz, das ist die Firma in Zahlen.

Drei Generationen der Familie Neukam: Die knapp zweijährige Jule, Tochter von Juniorchefin Birgit Neukam-Leißner und ihrem Mann Andreas, ist der Stolz von Opa Siegfried und Oma Resi. Bild: swt
von Autor SWTProfil

1972 fing der junge Siegfried eine Ausbildung zum "Rohrinstallatuer Heizung" in Nürnberg bei Kabelmetall an. Den Gesellenbrief in der Tasche, arbeitete er anschließend in Bayreuth und Auerbach. Doch schon bald reifte in ihm der Entschluss, sich selbstständig zu machen.

Dabei unterstützte ihn Theresia Lehner, die er 1974 kennengelernt und 1979 geheiratet hatte. 1982 im April wurde Tochter Birgit geboren; im Herbst begann für Siegfried Neukam in Passau die Meisterschule. "Dort konnte man den Meisterbrief in Vollzeit am schnellsten erwerben. Die Bedingungen waren hart, die Hälfte der angetretenen Schüler fiel durch." Ehefrau Theresia sorgte in der Zwischenzeit als Altenpflegerin im Schichtdienst für den Lebensunterhalt. Der Stress lohnte sich: 1983 hielt Neukam den Meisterbrief im Heizungsbauerhandwerk in Händen.

Stall wird zur Werkstatt

In Zogenreuth richtete das junge Paar in ehemaligen Ställen eine 140 Quadratmeter große Werkstatt ein. Zunächst arbeitete Neukam allein. Am 1. September 1984 stellte er den ersten von bisher 21 Lehrlingen ein, Werner Böhm. "Das war für uns das Datum der Betriebsgründung", sagen Siegfried und Resi Neukam heute. Im November kam dann Sohn Matthias zur Welt.

1989 beschäftigte der Meister bereits acht Mitarbeiter. Dass der Heizungsbetrieb fachmännisch arbeitet, sprach sich bis nach Nürnberg herum. Große Aufträge für Mietshäuser mit acht bis über 20 Wohneinheiten kamen herein. Zu diesem Zeitpunkt entschied sich Neukam, einen zweiten Meisterbrief zu erwerben.

Wieder fuhr er für ein halbes Jahr nach Passau, legte die Prüfungen zum Gas- und Wasserinstallateur ab. Zuhause kümmerte sich Ehefrau Resi um die Firma; sie erwartete das dritte Kind. Täglich wurde telefoniert, Aufträge und Vorgehensweise besprochen. Zudem dachte die Familie daran, den Betrieb zu erweitern.

Wirklichkeit wurde diese Idee auf dem Anwesen der früheren Metallbaufirma Mayer an der Hopfenoher Straße. Nach der Renovierung der Halle und dem Umzug folgte dort am 15. Juli 1994 die Eröffnung. Zwischenzeitlich war das Unternehmen auf 25 Mitarbeiter angewachsen. Neukam übernahm außerdem den ehemaligen Heizungsbetrieb Sichelstiel und seine vier Mitarbeiter.

Tiefschläge weggesteckt

In den Jahren nach der Grenzöffnung erlebte die Firma einen wahren Boom. Um das Pensum zu schaffen, arbeitete Neukam mit einem Subunternehmer zusammen. Als der in Insolvenz ging, war das auch ein schwerer Einschnitt für Neukam. "Die Banken vertrauten uns, und die Mitarbeiter schoben Sonderschichten. Letztlich konnten wir die Aufträge erfüllen", blickt der Chef zurück. Dann kam abermals eine Pleitenwelle, Aufträge wurden nicht bezahlt. Die Firma steckte auch diese Tiefschläge weg. Eins hat Siegfried Neukam daraus gelernt: "Man wird vorsichtiger mit den Angeboten, aber auch ruhiger."

Mit Tochter Birgit steht eine potenzielle Nachfolgerin bereit. "Kurz vor dem Hauptschulabschluss wusste ich, ich will Heizungsbauerin werden." 1996 begann sie in Sulzbach-Rosenberg bei der Firma Ehm eine Ausbildung; 2000 wechselte sie in den heimischen Betrieb. Seit 2004 ist Birgit Neukam-Leißner Meisterin im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk. Ehemann Andreas Leißner arbeitet ebenfalls mit; er schulte zum Anlagenmechaniker für Heizung, Sanitär und Klima um.

"Da wird schon diskutiert"

Wie ist es denn, mit dem Vater im gleichen Betrieb zu arbeiten? "Ich übernehme vieles, darf aber auch eigene Ideen einbringen. Da wird dann schon mal diskutiert, auch energischer, aber wir sind nicht nachtragend", lächelt die junge Mutter, die ihre zweijährige Tochter Jule schon mal mit ins Büro bringt. Für sie hofft die Familie Neukam auf eine gesunde Zukunft.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.