22.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Hintergrund: Der Stephansturm

von Redaktion OnetzProfil

Ortsheimatpflegerin Isabel Lautenschlager erläuterte der SPD-Gruppe, dass der Ensdorfer Stephansturm bereits 1075 gebaut worden sei - "als alleinstehender Campanile, wie er heute noch in der Toskana zu sehen ist".

Das Ensdorfer Kloster sei erst 50 Jahre später gegründet worden, fügte Lautenschlager hinzu. Im Anschluss an den Turm sei eine steinerne Kirche gebaut worden, die dem heiligen Stephan geweiht war. Dies sei in dieser Zeit "sehr ungewöhnlich" gewesen und zeuge vom Reichtum des damaligen Landesherren.

Seine Einnahmen könnten daher rühren, dass sich in Ensdorf Handelsstraßen kreuzten, vermutet sie. Dass der Glockenturm des Frauenklosters die Säkularisation 1802 überstanden habe, während die Kirchenmauern als Material-Fundgrube genutzt wurden, sei wohl der massiven Bauweise zu verdanken: "Zu einem Abtragen des Turmes war die finanzschwache Gemeinde nicht in der Lage."

Nachdem das Bauwerk für längere Zeit in Vergessenheit geraten war, begannen vor 20 Jahren die Stephansturm-Freunde damit, meterhohen Taubendreck zu entfernen und eine Treppe einzubauen, um ein Begehen des Bauwerks zu ermöglichen.

Vor fünf Jahren wurde der Turm nach langen Diskussionen in der Gemeinde für rund 300 000 Euro saniert. (sön)

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.