08.01.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Hirschwald.: Ein bewegtes und langes Leben

von Redaktion OnetzProfil

(sön) Ein großer Bahnhof wurde Mathilde Böhm zuteil: Sie feierte ihren 102. Geburtstag. Bürgermeister Markus Dollacker gratulierte der ältesten Bürgerin seiner Gemeinde und hatte als Geschenk eine teilweise Kostenübernahme für die Geburtstagsfeier mitgebracht. Zufriedenheit, Gesundheit und "jeden Tag genießen", wünschte er der Jubilarin, "die nun zu den Top Ten" der Ältesten im Landkreises zähle.

Dollacker überbrachte auch Glückwunschschreiben von Ministerpräsident Horst Seehofer und Landrat Richard Reisinger samt Präsenten. Ebenso wünschte Pfarrer Pater Sturm der Jubilarin mit einem Geschenk Gottes Segen, ebenso die Schwestern der Caritas-Sozialstation und ihre Betreuerin Susanne Engelhard , die zu der Feier nach Hirschwald gekommen waren.

Als zweites von drei Kindern des Landwirts Baptist Schnellinger und dessen Ehefrau Mathilde am 8. Januar 1912 in Hirschwald geboren, besuchte die Jubilarin die Schule in Ensdorf. "Zu jeder Jahreszeit zu Fuß", wie sie noch heute stolz ist. Nach dem Besuch der landwirtschaftlichen Hauhaltsschule in Amberg nahm sie eine Stelle bei dem damaligen Gefängnisarzt an und wechselte später nach Nürnberg. Dort lernte sie ihren zukünftigen Mann kennen, mit dem sie nach der Heirat 1937 nach Thüringen zog. Als die Jubilarin während des Zweiten Weltkrieges in einer Munitionsfabrik arbeiten sollte - ihr Vater war bereits im Ersten Weltkrieg gefallen, ihr Bruder vermisst und auch der Stiefvater bereits verstorben - zog sie mit ihrem Mann nach Hirschwald zur Mutter, um in der elterlichen Landwirtschaft mizuhelfen.
Nach dem Scheitern der Ehe betrieb sie in den nächsten Jahrzehnten mit ihrer Mutter den Hof, ein neues Wohnhaus und Stallungen wurden gebaut. Immer war Mathilde Böhm neuer Technik gegenüber aufgeschlossen. Ein Traktor, kurz darauf ein Goggomobil wurden anschafft. Fahrstunden erteilte der Autoverkäufer auf einer Wiese. Nach dem Tod der Mutter 1980 verpachtete die Jubilarin die Landwirtschaft zur Pferdezucht an Dr. Lutz Schubert , der sie heute noch betreibt und sich vorbildlich um die Jubilarin kümmert. Nach einem kurzen Aufenthalt im Ensdorfer Seniorenheim wohnt Mathilde Böhm wieder in Hirschwald.

 

 

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