17.08.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Hungersnöte, Pest, Räuber und die "Heilige Lanze": Sagenwanderung lockt über 200 Besucher an Wanderung durch düstere Zeiten

Schwarzhofen (mad) Es geht in düstere Zeiten zurück: Die Pest entvölkert ganze Landstriche, ein habgieriger Bürgermeister spinnt seine Intrigen, das Volk leidet unter Missernten und Hungersnot. Vor diesem Hintergrund spielt die dritte Neuauflage der Sagenwanderung. Über 200 Zuschauer belohnten die monatelangen Vorbereitungen des Kulturförderkreises.

von Redaktion OnetzProfil

In enger Zusammenarbeit mit den Theaterfreunden ist es Organisator Gerhard Würl und seinem Team gelungen, noch eins draufzusetzen. Das zahlreiche Publikum bekam eine unterhaltsame und lehrreiche Zeitreise in die Vergangenheit geboten. Verschiedene Spielszenen stellten die Geschehnisse anschaulich dar.

700 Jahre zurück

"Stilecht" als Nachtwächter gekleidet, heißt Gerhard Würl die Gäste am Marktplatz willkommen. "Wir springen nun fast 700 Jahre in der Zeit zurück - ins Jahr 1350", erklärte er. Schwarzhofen hat sich leichten Wohlstand erarbeitet und ist zum Markt erhoben worden. Doch nun brechen Naturkatastrophen über das Land herein und bescheren Missernten und in der Folge Hungersnöte. Die Pest rafft ein Drittel der europäischen Bevölkerung hinweg.

Ein ganz anderes Leid klagt eine junge Ordensschwester in der ersten Szene dem Publikum: An der Kirchentreppe berichtet sie, von ihrem Vater wegen einer nicht standesgemäßen Liebe ins Kloster gesteckt worden zu sein. Die Oberin indes bereitet ihre Mitschwestern auf ein "außergewöhnlichen Ereignis" vor: Die "Heilige Lanze" - eine wertvolle Reliquie - könnte auf ihrem Weg nach Prag auch über Schwarzeneck ins Kloster gebracht werden. Der Nachtwächter sollte die Ordensfrauen - mit dem Publikum - dorthin begleiten.

Doch der Zug kommt nicht weit: Am Eck des alten Sportplatzes wird man Zeuge, wie der habgierige Bürgermeister Schwarzhofens einen Räuberhauptmann zu einem Überfall erpresst, um die Lanze in seinen Besitz zu bringen. Würl erläutert, dass es die "Heilige Lanze" wirklich gibt: Diese sei in Wien in einem Museum zu besichtigen und wäre im Mittelalter begehrt und heftig umkämpft gewesen.

Nächtlicher Überfall

Schrecksekunde kurz vor Schwarzeneck: Die Räuberbande bricht aus dem Dunkeln hervor, überwältigt den Nachtwächter und entführt die Oberin als "Geisel". Nur ein Ritter des Geleitzuges ist mit dem Leben davon gekommen. Vor dem Dorfeingang tritt dem Zug ein Müller mit seiner Familie in den Weg. Sie beklagen, dass sie nichts mehr zu essen haben, einige Kinder seien deshalb schon gestorben. "Schwarzeneck ist verhext" geben sie als Grund für die Not an. Doch davon lässt man sich bei der Sagenwanderung nicht abhalten und marschiert weiter in Richtung Dorfplatz.

Dort erwartet das Publikum ein wahrhaft düsteres Szenario: In einem Lazarett sind Tragen mit Kranken und Sterbenden belegt, Nonnen und Dorfbewohner versuchen Trost zu spenden, ein Pater erteilt die Krankensalbung. Unter den Todgeweihten ist auch der Räuberhauptmann, der in seiner letzten Stunde das Geheimnis über den Verbleib der "Heiligen Lanze" verrät. Auch der geldgierige Bürgermeister wird vom "Sensenmann" geholt. Den fulminanten Schlusspunkt der Wanderung setzen danach Witta und Steffi Zach mit einer beeindruckenden "Feuershow".

Suppe aus dem Kessel

Organisator Gerhard Würl dankte abschließend allen Akteuren für die gelungene Darstellung der einzelnen Szenen. Später durften sich die Marschierer mit einer stilecht bereiteten Suppe aus dem großen Kessel für den Rückweg stärken.

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