11.07.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

"I Dolci Signori" singen Besucher des Schafferhofs auf angenehme Weise urlaubsreif Italien-Sehnsucht al dente

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Süße Sängerknaben? Mitnichten. Den Mut der "Dolci Signori" muss man erst einmal haben. Am Freitag um 16.30 Uhr entschieden sie, dass die Natursteinbühne des "Schafferhofs" die Kulisse für ihr Konzert am Abend sein soll. Da war eine halbe Stunde vorher in Weiden noch ein kräftiger Guss vom Himmel gekommen. Das Thermometer zeigte sich gleichzeitig so einladend wie ein Stau am Brenner am ersten Tag der Sommerferien.

Abwarten, vediamo. Kurz vor Mitternacht hatten die beiden Sänger Rocky Verardo und Gianni Carrera im Trikot der Fußballstars Alessandro del Piero und Christian Vieri den Sieg auf ihrer Seite. Kein Tropfen Regen war gefallen, die sechs Musiker aus dem Raum Regensburg durften sich fühlen, als hätte die "squadra azzurra" im Endspiel der Weltmeisterschaft die Brasilianer in der 90. Minute in die Knie gezwungen. Dazwischen lag eine dreistündige Popshow, die charmant mit altbekannten Italo-Klischees spielte.

Das Repertoire war den über 200 Zuhörern wohlvertraut, schließlich ist es nicht selten Eros Ramazzotti, der einen via Radiowecker hier zu Lande aus den Federn bittet. Toto Cutugno, Edoardo Bennato, Lucio Dalla, Gianna Nannini, Adriano Celentano und sogar Paolo Conte lieferten die weiteren Hits.

Das mag seicht sein wie die Ufer an der Adria, war aber genau das, wovon viele Oberpfälzer im Juli träumen. Der Urlaub ist nicht mehr weit, und bei einem Spaziergang an irgendeinem Lido klingt auch Eros nicht mehr wie ein Schnulzenheini, sondern wie das Genie, dem Erfindungen wie Pasta, Chianti und Tiramisu zu verdanken sind. A proposito: Den nicht-akustischen Teil der Sehnsucht nach dem Land, wo die Zitronen blühen, stillte die Küche des Schafferhofs bestens mit Nudeln, Antipasti und Panna cotta.

Nach einer knappen Stunde trainierten viele diese Kalorien auf der Tanzfläche ab. Einzig die Juli-Temperaturen von Caorle oder Rimini fehlten, um dieser italienischen Nacht noch den Milchschaum aufzusetzen. Die "Dolci Signori" haben ihr Möglichstes getan, auch wenn es schön wäre, wenn sich ihr Repertoire beim nächsten Mal nicht ausschließlich auf Gassenhauer und Charterfolge beschränken würde, die irgendwann einmal Siegertitel beim San-Remo-Festival waren.

Vielleicht ist das aber auch gar nicht nötig. Bis die Jungs drei Zugaben als Dessert serviert hatten, wollten die wenigsten mit dem Klatschen aufhören und den Heimweg antreten.

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