"Immer dieser Vollmond": Katholische Theatergruppe verzeichnet im Jugendheim Zuschauerrekord
Traumtänzer mit Klonmaschine

Bisher machte Dolly, das geklonte schottische Schaf, von sich reden. Seit dem Dreikönigsabend ist das anders. Auf einmal gibt es in Grafenwöhr geklonte "Suggerln", "Küah" und sogar Knecht und Magd als "Doppelte Lottchen". Wenn es dann auch noch von Schwiegermüttern wimmelt, wird es besonders einem ganz anders...

Im neuen Stück der Katholischen Theatergruppe mit dem Titel "Immer dieser Vollmond" nimmt der Landwirt Michael Schmidt (Matthias Hörl) den Spruch "Lebe deine Träume" besonders ernst, was den knapp 1100 Zuschauern bei drei Aufführungen viel Spaß bereitet. In jeder Vollmondnacht hat er unrealistische Träume, die eigentlich nicht nachvollziehbar sind. Der Bauer setzt sie am nächsten Tag trotzdem in die Tat um, koste es, was es wolle. Denn einer Wahrsagerin hat prophezeit, die Träume würden sich erfüllen.

Der Familie von Bauer Michl schmecken die Erlebnisse des Traumtänzers gar nicht. Drei Tanklastzüge waren das Ergebnis der vorletzten Vollmondnacht. Weil sich im Traum der Ölpreis verdoppelte, hatte sich Michl 120 000 Liter Diesel bestellt. Und nun träumt der Landwirt, dass er in den Besitz einer Maschine kommt, mit deren Hilfe er seinen Tierbestand durch Klonen vervielfältigen kann.

Nicht nur Tiere doppelt

Als ihm kurze Zeit später der vermeintliche amerikanische Forscher Peter Miller eine entsprechende Maschine vorstellt, wittert Michael seine große Chance. Andreas Markert besetzt als Miller eine Rolle, die wie für ihn geschaffen ist. Mit Cowboyhut und amerikanischem Slang glänzt er in den drei Vorstellungen. "Ich haben die Maschin zum Klonen für die Tiere - "änimels. Hand drauf - fingers on." Michael ist einverstanden und schier aus dem Häuschen, als er mit eigenen Augen sieht, wie sich der Tierbestand verdoppelt und verdreifacht.

Die Schwiegermutter ist damit gar nicht einverstanden und wäscht dem Bauern gründlich den Kopf: "Du houst a kloins Viacherl im Kopf, dass dein' Verstand auffrisst". Auch sonst spart sie nicht mit Kritik. Karin Wiesend ist in einer Paraderolle zu erleben: mit gebücktem Gang, toller Mimik und Pfeffer in der Stimme herrscht sie über den Schwiegersohn.

Der wehrt sich so gut er kann. Mit der Klonmaschine sieht er den ganz großen Profit auf sich zukommen. Fatal wird es, als es den Knecht Josef und die Magd Traudl in doppelter Ausführung gibt. Als diese auch noch streiken ("So lang der Bauer will weiterklonen, Magd und Knecht sich lieber schonen"), weiß er keinen Rat mehr. Es kommt noch dicker, denn auch die Schwiegermutter gibt es doppelt. "Warum hat denn keiner aufgepasst?", fragt Michl verzweifelt. Die Oma kontert: "Schwiegermütter san überall!"

Verwirrung und Klamauk

Die Rollen des Knechts Josef (Wolfgang Bräutigam) und der Magd Traudl (Kerstin Buber) sind ebenfalls hervorragend besetzt. Sehr ausdrucksstark und hinreißend komisch die Gebärden der beiden. Das Lachen stellte sich da ganz automatisch ein. Für Verwirrung und Klamauk sorgen auch der Nachbar (Johann Adam) und dessen Frau Ilse (Beate Meißner), die sogar einen Bußgeldbescheid wegen Dorfratscherei hinnehmen müssen.

Die raffinierten Schmidt-Kinder Gabi (Angela Biersack) und Andreas (Stefan Schultes), dessen Freundin Franziska (Anja Böhm) sowie Michaels Ehefrau Mathilde (Christine Wiesend) schaffen es zusammen mit den Kräften am Hof und der Oma, den Bauern von der Traum-Manie zu kurieren.