Info-Veranstaltung für Waldbesitzer: Profis erläutern Vorgehen bei Durchforstung und Astung
Regelmäßig Axt und Säge ansetzen

Forstanwärter Georg Eckenweber (Zweiter von rechts) machte zusammen mit Reinhard Wiesend von der Forstbetriebsgemeinschaft den Waldbesitzern sowohl theoretisch als auch praktisch die Wichtigkeit regelmäßiger Pflegemaßnahmen deutlich. Bild: Fürk

Prächtig steht er wieder da, der Jungwald im Sallach zwischen Sassenreuth und Thurndorf. Über 20 Jahre ist es her, dass die beiden Stürme "Vivian" und "Wiebke" dem Wald dort schweren Schaden zugefügt hatten. Viele Besitzer hatten sich danach entschieden, ihre Flächen mit einem klimatoleranten Laub- oder Mischwald aufzuforsten.

Wie sie den Bestand pflegen, damit er fit, stabil und qualitativ hochwertig heranwachsen kann, und wo beim Durchforsten Axt und Säge angesetzt werden, darüber wurden die Waldbesitzer von Fachleuten informiert. "Stabile Wälder für die Zukunft", lautete das Thema der von Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie von der Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach (FBG) organisierten Veranstaltung.

Trotz des ungemütlichen Aprilwetters waren rund 40 Waldbesitzer der Einladung gefolgt, um sich über die Möglichkeiten und Konzepte der Durchforstung von jungen Laub- und Nadelwäldern schlau zu machen. Forstanwärter Georg Eckenweber, der derzeit im Forstrevier Neustadt-Scheckenhof tätig ist, und FBG-Geschäftsführer Reinhard Wiesent leiteten das Seminar.

Regelmäßig pflegen

Eckenweber arbeitet derzeit an einem Projekt zur Erfassung und Bewertung des Zustands der damals betroffenen Flächen in der Gemeinde Kirchenthumbach. Es zeige sich, dass eine Wiederaufforstung mit Klima tolerantem und zukunftsfähigen Laub- oder Mischwald alleine nicht genüge, sagte er in einer kleinen Zwischenbilanz. Vielmehr müssten regelmäßig Pflegemaßnahmen vorgenommen werden. Die Ergebnisse der Projektarbeit spiegelten zudem das wider, was im Wald zu beobachten sei: Auf knapp 53 Prozent der untersuchten Waldflächen sei es im Winter zu Schneebruch gekommen. Und: Nur zehn Prozent der Waldflächen seien seit der Pflanzung gepflegt worden, sagte Eckenweber.
Um den Teilnehmern möglichst praxisnah zu vermitteln, worauf es bei einer Pflegemaßnahme ankommt, wurde die Veranstaltung von der Forststraße dann direkt in einen 20-jährigen Fichtenwald verlegt. Anhand von praktischen Beispielen erklärten die beiden Profis, worauf es bei der Auswahl von sogenannten Auslesebäumen - also Bäumen, die gezielt gefördert werden sollen - ankommt. Ziel sei es, möglichst vitale Bäume zu erzeugen, die eine große grüne Krone haben sollten, um stabil zu sein. Nur durch regelmäßige Durchforstungen sei es möglich, den Zuwachs gezielt auf die Auslesebäume zu lenken und so den Bestand zu stabilisieren, um ihn vor Sturm und Schnee besser zu schützen.

Hand- statt Motorsäge

Reinhard Wiesend demonstrierte zudem die Wertastung von Nadelbäumen. Dabei führte er mit einer scharfen Handsäge vor, wie die Schnittführung zu erfolgen hat, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Eine Astung mit der Motorsäge sei dabei eindeutig der falsche Weg.
Auch die Durchforstung von Laubbeständen wurde am Beispiel eines 20-jährigen Eichenwaldes geübt. Diese sei um einiges anspruchsvoller als bei einem Nadelwald, erklärte Eckenweber. Die Qualität des Einzelbaumes stehe viel mehr im Fokus. Das Problem aus heutiger Sicht sei, dass viele Bestände aufgrund von mangelndem Wissen und der Angst, etwas Falsches zu tun, nicht durchforstet werden. Das Verkehrteste aber überhaupt sei es, gar nichts zu tun und alles so zu lassen, wie es ist.

Eckenweber wies abschließend auf die Möglichkeit einer Förderung der Durchforstung durch das Waldförderprogramm sowie das breite Angebot an Dienstleistungen der FBG hin. Nicht zuletzt stehe auch der örtliche Revierleiter für alle Fragen und eine kostenlose Beratung zur Verfügung.
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