Infoabend mit dem Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN)
Windkraft und Solar rechnen sich

"Wer etwas tun will, fängt an. Die anderen suchen Ausreden". Unter diesem Leitsatz hat das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) mit Sitz in Ensdorf seit Jahren eine Vorreiterrolle übernommen. In vielen Informationsveranstaltungen landkreisweit werden in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen den Bürgern die verschiedenen Möglichkeiten für eigene Stromgewinnung aufgezeigt. Kleinwindkraftanlagen und Speicherlösungen standen bei der Infoveranstaltung in Michelfeld, dem größten Ortsteil der Stadt, im Mittelpunkt.

Regional Wertschöpfung

"Wir haben kein wirtschaftliches Interesse", stellte ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf gleich eingangs heraus. ZEN sei unabhängig, produktneutral und werde hauptsächlich über den Landkreis finanziert. 1. Bürgermeister Joachim Neuß freute sich über diese Auftaktveranstaltung und über die Gäste aus drei Regierungsbezirken. Er erwähnte den Anschluss der Stadt an die "NEW-Energiegenossenschaft", die inzwischen eine exorbitante Größe erreicht habe. Neuß verwies auf die vom Regionalverband angenommene Genehmigungsphase für Windkraftanlagen oder die Genehmigung für eine Vorratfläche. "Ich denke, dass Kleinwindkraftanlagen zu noch mehr regionaler Wertschöpfung führen."
Ausführlich befasste sich Gerhard Loosen von der Firma Loosen-Windkraft aus Freystadt mit den Kleinwindkraftanlagen, die sich schon aufgrund der Höhe zu den Windkraftanlagen unterscheiden. "Wind ist das A und O", wurde den Zuhörern im vollbesetzten Schenksaal schnell bewusst. In Bayern herrsche überwiegend Ost-West-Wind vor, die Windrichtung, meist in Form einer Hauptwindrichtung angegeben, werde durch die Lage von Tiefdruck- und Hochdruckgebiet bestimmt. Als sinnvoll empfahl der Referent eine Windmessung. Von einer Anlage ohne solch eine Analyse riet er ab. Inzwischen sei es auf elektronischem Weg möglich, die Windverteilung zu prüfen. Die ermittelten Werte auf Windmesseinrichtungen sind im Durchschnitt auf 20 Jahre zurückzuführen.

Über die grundlegenden Daten zu einer Windkraftanlage führte Loosen aus, dass die WKA das Zertifikat IEC/EN 61400-2 besitzen oder zumindest danach getestet und abgenommen sein sollte. Ein Muss ist beim Mastsystem (Beton, Stahl oder Gittermast) nach IEC/EN 61400-2 zu bauen, ebenso ein Schallgutachten nach IEC/EN 61400-11 vorzulegen. Zu unterscheiden gelte es zwischen den beiden Windkraftanlagetypen "Horizontal" und "Vertikal". Nach 5 Jahren in der Probephase werden sie seit 2 Jahren vertrieben. "Auch Kleinwindkraftanlagen sind Maschinen und verursachen Lärm", warnte Loosen vor einer Installation auf Wohnhäusern. Freistehend bis 10 Meter Gesamtbauhöhe bleiben sie in Bayern unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben genehmigungsfrei. Zum jetzigen Zeitpunkt sollen in Deutschland bereits über 5000 Kleinwindkraftanlagen existieren.
Seine Erfahrungen wollte Hardy Barth von der gleichnamigen GmbH aus Birgland-Schwend weitergeben, wie es funktioniert Strom zu speichern. "Endlich ist es möglich", stellte er die verschiedenen Systeme und die Funktionsweise der Energiezellen vor. Der Meinung, Photovoltaik rechne sich nicht mehr, hielt er die zu erwartenden Strompreissteigerungen bis zu 40 bis 45 Cent in den nächsten 20 Jahren entgegen. Während bei Photovoltaiknutzung der Preis für den Eigenverbrauch gleichbleibend sei. Photovoltaik trage ganz massiv zur Senkung des Strompreises während der Mittagszeit bei. "Nur die Energieriesen geben diese Verbilligung nicht weiter."

Deshalb brauche man Photovoltaikanlagen und Lösungen, diesen Strom zu speichern. Mit Speicherlösungen sei auch Solarstrom zu nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Speicherlösungen bringen Sicherheit, auch bei Stromausfall steht noch Strom zur Verfügung, nach der Vision einer 24-Stunden-Sonne. Der Anteil der Sonnenenergie senkt die Stromkosten, wie dies der Referent anhand einer Grafik verdeutlichte.

Speichergröße wählen

Den Preis für selbst erzeugten Strom bezifferte Barth zwischen 15 und 19 Cent kWh. Zu beachten sei die sinnvolle Größe eines Speichers, jeweils abhängig von der Photovoltaikanlage und den Verbrauchswerten. Vornehmlich den Kosten galten die Anfragen im Rahmen der Diskussion, moderiert von Manfred Lehner, dem Leiter der Volkshochschule Amberg-Sulzbach, die auf breiter Basis mit ZEN zusammenarbeitet. Man muss, so Hardy Barth, mit etwa 5500 Euro pro Kilowatt für eine funksichere Speicher-Anlage rechnen.
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