15.01.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Informationsversammlung zur Flurneuordnung Röckenricht Amt zieht positive Bilanz

Eigentlich begann man schon vor zehn Jahren mit den Vorarbeiten für eine Flurneuordnung im Bereich Röckenricht und Umland. Die sogenannte "Flurwerkstatt" erarbeitete ein Konzept, das durchaus noch verwendet werden kann. Nach einer Anpassung des betroffenen Gebiets macht nun das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) einen neuen Anlauf, die Flurneuordnung zu starten.

von Franz MüllerProfil

Dazu diente eine Informationsversammlung, die im öffentlichen Rahmen das vorläufige Gebiet und die Gesichtspunkte des Verfahrens vorstellte. Im Saal des Gasthofs Sperber standen Behördenvertreter und Neukirchens Bürgermeister Winfried Franz einer großen Schar Beteiligter Rede und Antwort. Das Verfahren führt das ALE zunächst durch Gründung einer Teilnehmergemeinschaft (TG). Die Vorbereitungsphase mit Erarbeitung eines Konzepts über Ziel, Maßnahmen und Kosten wurde 2007 abgeschlossen und zurückgestellt.

Das Gebiet der Neuordnung umfasst Röckenricht, Lockenricht und Fromberg mit dazugehörenden landwirtschaftlichen Flächen von 350 Hektar. Ziel ist die Flächenzusammenlegung mit Ausweisung sinnvoll geformter Grundstücke. Zu den Maßnahmen gehören der Ausbau bestehender sowie Bau neuer Wege, Wasserrückhaltung und Ableitung und Schutz gegen Erosion.

Auf die jetzige Information mit Gebietsausweisung folge die Anhörung vieler Behörden und die Projektbeschreibung. Die neue Teilnehmergemeinschaft bekomme als Gebietskörperschaft die Vollmacht für alle Aufgaben übertragen; dazu wähle sie einen Vorstand aus ihrer Mitte, dessen Vorsitz das ALE ausübt.

Auch ein Eigenanteil

Das Vorgehen umfasse Planung gemeinschaftlicher und öffentlicher Anlagen (Wegenetz), Behördeneinschaltung mit Plangenehmigung, Feststellung durch das ALE und Ausschreibung der Arbeiten. Wichtig sei Ermittlung der Bodenwerte und Kartendarstellung. Dann komme die Neuverteilung mit Abfindungsmodus durch Landflächen. Der Vorstand habe den Entwurf zu beschließen. Die Kosten für Maßnahmen und Abwicklung trage zu 85 % der Staat. Beim Eigenanteil könnten Leistungen der Mitglieder eingebracht werden.

Den Info- und Diskussionsteil eröffnete Bürgermeister Winfried Franz mit dem Fazit: Der TG-Vorstand entscheide über Schritte und Kostenüberwachung, er gestaltet den Fortgang des Verfahrens. So entschieden die Vertreter selbst. Einzel- bzw. Sonderfälle würden dort geregelt.

Es gab auch Widerstand

Zur Einbeziehung der Waldgrundstücke nannte er die Möglichkeit, Flurwege in Waldnähe zu verbessern und anzubinden. Gemeinde und TG-Vorstand könnten hier entscheiden. Einen Blick zurück gab es mit der Gebietsabgrenzung der neuen TG ohne Eckenricht und Pfeilstein, weil damals Widerstand bzw. Desinteresse keine Einigung ermöglichten.
Auf Einzelfragen ging Hans-Peter Schmucker ein; z.B. gebe es keine Ausnahme von Zugehörigkeit zum Verfahrensgebiet. Andreas Schmidt erklärte zur Möglichkeit des Grundstücksverkaufs während des Verfahrens, dass dies erfolgen könne, der neue Eigentümer dann in die TG eintrete. Diese sei auch an Grundstücken interessiert, um Puffer für Wegeflächen etc. zu bekommen.

Willibald Götz, Leiter des Amberger Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, befürwortete das Verfahren, das für Bewirtschaftung viele Vorteile bringe. Simon Lösch als BBV-Fachberater wusste die Vorteile durch bessere Bewirtschaftung mit größeren Flächen zu schätzen. Auch er stehe mit Rat zur Seite.

Regenrückhaltung

Peter Fröhlich, Wasserwirtschaftsamt Weiden, wies auf das einzige Gewässer, den Klafferbach, hin. Man werde Vorschläge für geländebezogene Regenrückhaltung bringen.

Zum Schluss zogen die Behördenvertreter positive Bilanz. Hans-Peter Schmucker war überzeugt, dass die Betroffenen mitmachen. Simon Lösch riet zu Gelassenheit beim Landtausch und fairem Miteinander. Winfried Franz erwartete gemeinsames Vorgehen. Gemeinde sowie Amt seien jedenfalls gut vorbereitet.

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