Interessanter Vortrag über christliche Märtyrer im Konzentrationslager Flossenbürg
Unrecht muss benannt werden

Floß. (le) Mit einem fesselnden, hochinteressanten Vortrag über "Christliche Märtyrer im KZ-Flossenbürg" wartete beim Bonhoeffer-Wochenende Pfarrer Herbert Sörgel im Seminarraum der Kommandantur gegenüber einem dankbaren Zuhörerkreis auf. Dabei beeindruckte das fundierte Wissen des Beauftragten für Gedenkstättenarbeit in der Evangelischen Landeskirche, der mit seiner offenen Meinung und Einstellung nicht hinter dem Berg hielt.

Versagen der Kirchen

Dabei ging es nicht um eine Auseinandersetzung mit dem Märtyrerbegriff und um eine entsprechende Definition, die wahrscheinlich schon am ersten christlichen Märtyrer Stephanus problematisch wäre, sondern um die Frage, was einzelne Glaubenszeugen stark gemacht habe, dem Nazi-Regime zu widerstehen. "Ein Widerstand, bei dem die Amtskirchen und ihre Amtsträger weitgehend versagten."

Deutlich werde es besonders am Protestantismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Immerhin seien zwei Drittel der deutschen Bevölkerung evangelisch gewesen. Der Fortschritt in den Naturwissenschaften im Gefolge der Aufklärung nötigten die Theologie scheinbar zu mehr grundsätzlichen Fragen. So auch zu der, wie man einen Gott angesichts der modernen Zeiten den Menschen noch plausibel machen könne. "Auch mit den Thesen von Feuerbach und Marx musste man sich auseinandersetzen, die Gott als Hirngespinst insbesondere der Kirchen darstellten."
Dieser Dialog mit dem Zeitgeist rückte die Auseinandersetzung mit Christen und seiner Botschaft in den Hintergrund. Das machte viele Theologen und Kirchenmitglieder dann sehr anfällig für die Gedanken des Nationalsozialismus' (Gott mit uns ).

Pfarrer Sörgel blickte auf die Biografien jener Widerstandskämpfer, die nicht mit den Wölfen gebrüllt hätten, so die Franzosen Marcell Callo und Paul Beschet. Einfache Christen, die standgehalten hätten. Beide stellten Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens. Dazu gehörten der evangelische Studienrat Georg Maus und der Italiener Odoardo Focherini und schließlich Dietrich Bonhoeffer, der sich stark mit der ökumenischen Bewegung engagierte.

Alle gehörten zur bekennenden Kirche und orientierten sich maßgeblich an Christus und dem Kreuz mit der damit verbundenen Botschaft des Eintretens für die Schwachen in Tat und Gebet, verbunden mit der Hoffnung auf Auferstehung.

Nächstenliebe

"Das war Rückgrat, zu widerstehen und auszuhalten", würdigte Sörgel. Diese fünf Glaubenszeugen - Paul Bechet, Marcel Callo, Odoardo Focherini, Georg Maus und Dietrich Bonhoeffer als christliche Märtyrer im KZ-Flossenbürg - machten uns auch heute noch gegenwärtig, dass Unrecht benannt werden müsse. "Tut Gutes denen, die euch hassen." Für diese bekennenden Christen stand das "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst " im Mittelpunkt ihres Lebens.

Pfarrer Sörgel beantworte gerne die Fragen aus dem Zuhörerkreis beantwortet und beeindruckte mit seinem umfassenden Wissen.
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