22.12.2006 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Interessenabwägung kann mitunter unbequem werden

von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Während die Regensburger ihren Kommunalpolitikern per Bürgervotum unmissverständlich klar machten, dass sie am Donaumarkt in Altstadtnähe keine Betonarchitektur haben wollen, scheiterten Umweltschützer in der Herzogstadt mit ihrem Bürgerentscheid gegen eine Wohnbebauung im Flickpark knapp an der 20-prozentigen Hürde der Abstimmungsbeteiligung. Im Vorfeld hatte die Auseinandersetzung um die Baupläne des Grundstückseigners bisweilen glaubenskriegsähnliche Züge angenommen.

Nun hat Dr. Jörg-Dietrich Dodenhöft freie Bahn, um seine Vorstellungen von "Mehrgenerationen-Wohnen" auf seinem Grundstück im Flickpark zu realisieren. Dagegen ist grundsätzlich ja auch schwerlich etwas einzuwenden. Nur: Die Hoffnungen vieler (nicht nur der Umweltschützer) fixieren sich nun auf die Frage, wie diese Pläne umgesetzt werden. Der Bauherr kann jetzt beweisen, wie ernst es ihm ist mit seiner Erklärung, er wolle den Park doch nur weiter aufwerten.

Privates Interesse gegen öffentliche Belange oder elementare Naturschutzpositionen abzuwägen, ist nicht immer einfach. Das verspürte in dieser Woche einmal mehr der Stadtrat, als er sich zum wiederholten Mal mit dem Wunsch eines privaten Grundeigentümers konfrontiert sah, in einem Teilstück des Landschaftsschutzgebietes "Spittlberg" Wohnungsbau zuzulassen. Er vertagte seine Entscheidung ins nächste Jahr. Feiertagsruhe. Aber irgendwann kommt sie dann doch, "die Stunde der Wahrheit".

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.