Jagdpächter befürchtet massives Auftreten von Wildschweinen
Parfüm und Pille gegen Plage

Es wimmelt von Schwarzkitteln im Jagdrevier. Ein Problem, das bis dato nicht bekannt war und jetzt massiv zuschlägt. "Mir wird himmelangst, wenn der Mais da ist", fasste Jagdpächter Wolfgang Veigl die Situation zusammen. Erstmals wurde ein Frischling geschossen. Aber eine Rotte von 30 Borstenviechern streift durch Wald und Flur. Erst kürzlich seien drei ertrunkene Sauen im benachbarten Revier aus dem Luzernweiher gezogen worden.

Das Wildschweinproblem prägte die Versammlung der Jagdgenossenschaft am Donnerstag im Landgasthaus Busch. Jagdvorsteher Stefan Pflanzl konnte zum abgelaufenen Jahr nochmals sagen: "Im Großen und Ganzen ist nicht viel passiert." Die Gerätschaften seien überprüft und Wegebaumaßnahmen mit Unterstützung der Stadt Kemnath vorgenommen worden. Allerdings mussten die geflickten Löcher zwischenzeitlich wieder aufgefüllt werden.

Wege gründlich sanieren

Michael Hautmann schlug vor, im Frühjahr 2014 schweres Gerät einzusetzen und die Wege gründlich zu sanieren. Bei derbfeuchtem Wetter, wenn die Straßenkörper frostfrei sind, sollten diese vorprofiliert und abgezogen werden. Besonders die zu hohen Bankette sind zu nivellieren. Nach der Getreideernte gilt es vorab, die Gräben nachzuputzen. Stefan Pflanzl sprach den Landwirten bei den geleisteten Arbeiten für deren Arbeit und den kostenlosen Maschineneinsatz seinen Dank aus.

In den vergangenen Wochen sei er nur noch den Wildschweinen nachgelaufen, klagte Wolfgang Veigl. Schäden in den Maisfeldern befürchtet er nach der bevorstehenden Saat bis zu dem Zeitpunkt der sichtbar werdenden Keimlinge und dann wieder, wenn der Mais reift. Über die Keimlinge allerdings fallen dann die Krähen her. Das nächste Problem.
Zum Schutz der Saat gegen Wildschweine riet Michael Hautmann, beim Discounter das billigste Männerparfüm zu kaufen, mit Wasser zu verdünnen und die darin getränkte Säckchen rund um die Felder aufzustellen. Er sprach sich dafür aus, gegen die Wildschweinplage die Pille einzusetzen. Die Tiere müssten dann zusätzlich intensiv bejagt werden. Aufgrund der nicht bekannten Auswirkungen der Pille auf den Menschen sei das Fleisch nicht für den Verzehr frei gegeben. Laut Hautmann zahlt es sich aber aus, die erlegten Schwarzkittel über die Tierkörperbeseitigungsanlage zu entsorgen.

Unvernünftige Hundehalter

Ein weiteres Ungemach der Jagdgenossenschaft ist die Unvernunft einiger Hundehalter. Die "Hundstaferln" an Wiesen- und Ackerrändern dezimierten sich jedes Jahr. Neue aufzustellen sei sinnlos, solange die Verunreinigung des Viehfutters durch Hundekot nicht strafrechtlich bewehrt ist. Da hilft nur der Appell an die Vernunft und die Sensibilisierung, dass Landwirte und Hundehalter Partner sind.

Ausgaben für neue "Hundstaferln" ersparen sich die Jagdgenossen. Sie werden nicht die Kasse von Wolfgang Reger belasten. Georg Busch und Wolfgang Veigl zeigten sich über dessen Buchführung und Bilanz zufrieden. Für den Wegebau wird der Jagdpachtschilling zurückgelegt.
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