Jazzfrühschoppen mit den Saxbrothers in der rappelvollen Tenne des Schafferhofs
Mit Musik Menschen in Not helfen

Mit dem Titel "Pastrami on Rye" marschierten am Sonntag die Saxbrothers auf die Bühne zum Benefiz-Jazz-Frühschoppen. Die Aussicht auf tolle Musik und ein Weißwurstfrühstück hatte so viele Besucher auf den Schafferhof gelockt, dass weitere Tische und Stühle herbeigeschafft werden mussten.

Organisiert hatte den Jazz-Frühschoppen der Verein "Hoffnung für Menschen", den Vorsitzender Thomas Ebnet vorstellte. Er hat sich zum Ziel gesetzt, Leuten, vor allem Witwen und Waisen in Südindien im Bundesstaat Tamil Nadu Perspektiven zu geben. Die Menschen erhalten überwiegend Hilfe zur Selbsthilfe bei Projekten wie Hausbau, Milchkühe, Schülerhilfe, Kinderdörfer und anderen Aktionen.

Musik seit vielen Jahren

Marshall Kean, Kopf des Quartetts am Baritonsax, leitete sein Ensemble mit nur wenigen - vom Publikum fast nicht bemerkten - Handzeichen. Die Band wurde ergänzt von Dr. Reinhard Roth (Tenorsaxophon), Alois Träger (Altsaxophon) und Günter Geiß (Sopransaxophon). Die Vier haben alle schon jahrzehntelang Musik gemacht, bis sie sich 2008 zu den Saxbrothers formierten. Der Einzige Profi ist Bandchef Kean, der an der städtischen Musikschule Weiden unterrichtet. Alle sind musikalische Mehrfachtäter, unter anderem spielen Dr. Roth und Geiß noch bei der Metro Big Band. Ein sehr bekanntes Stück war "Fascinating Rythm" von George Gershwin. "Macy Bounce" ist eine der wenigen Melodien, die Gustav Wiebe für Saxophon Quartett geschrieben hat. Die Saxophonisten, harmonierten, brillierten und improvisierten auch gekonnt und glänzten mit kurzen Soloparts. Bei "Somebody Loves me" von George Gershwin gab es einen reizvollen Taktwechsel zum Dreivierteltakt.
Bei "Pink Panther" von Henry Mancini hörte man förmlich den rosaroten Panther durch den Schafferhof schleichen. Mit "Summertime" wollten die Musiker den Sommer herauslocken. Es hat funktioniert. Zu Beginn des Konzertes hingen noch graue Wolken über Neuhaus, und und dann spitzte wirklich die Sonne durch. Duke Ellington wurde gewürdigt mit "It Don't Mean a Thing", auf gut Deutsch: "Des hoißt nix", wie Günter Geiß, der durch das Programm führte, humorvoll erklärte. Er gab zu, dass "Shuffle Twist" den Musikern den meisten Schweiß koste.

Nur kurze Pausen

Die Gospelszene kam mit den Songs "Down by the Riverside", "Gospel-Truth", und "When the Saints Go Marching In". Letzteres in einem ungewöhnlichen Arrangement zu Ehren. Sehr ins Ohr ging "Petit Fluer". Das Stück bescherte schon erste Bravo-Rufe. Das Ensemble verließ die Jazz-Szene mit dem "Tango del Choclo", den sie leidenschaftlich intonierten, ein Paradestück von Angel G. Villoldo. Nach gut zweieinhalb Stunden ging das Programm zu Ende. Die Saxophonisten machten nur zwei kurze Pausen, damit sich die Lippen erholen konnten. Wie Günter Geiß verriet, ist Saxophonspielen schon "Trainingssache".

Begeisterte Pfiffe und Bravo-Rufe forderten natürlich Zugaben. Die Musiker erfüllten sie mit den Stücken "In the Mood" und "Sir Duke".
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