29.10.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Jubiläumssitzweil der Geschwister Steindl - Seit 60 Jahren auf der Bühne - Mitglied im ... Die Musik schon in die Wiege gelegt

Sie leben verstreut in drei Himmelsrichtungen, aber die Liebe zur Musik, vor allem zum Gesang hält die drei Schwestern immer noch in fester Verbindung. Es sind dies Erna Niederalt (Oberviechtach), Maria Schneider (Döfering) und Thekla Liegl (Hiltersried). Die Wiege der drei Frauen stand im Preglerhof nahe der Ortschaft Hiltersried im Landkreis Cham.

Die Steindlkinder bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Jahr 1953. Von rechts: Erna (10), Maria (8) und Thekla (5) sangen in der Festhalle in Waldmünchen bei einer Live-Sendung des Bayerischen Rundfunks. Begleitet wurden sie vom Zitherspieler Hans Reichl. Repro: bgl
von Ludwig BergerProfil

Wer auf der Kreisstraße südwärts von Hiltersried über Loitendorf zur Kreisstadt Cham unterwegs ist, begegnet rund einen Kilometer vom Dorfrand entfernt dem Hussiten-Denkmal. Es erinnert an die dort stattgefundene Schlacht im Jahre 1433, bei der die von Osten her eingedrungenen und plündernden Hussiten vernichtend geschlagen wurden. In unmittelbarer Nähe dieser denkwürdigen Stätte befindet sich der Einödhof, auf dem die drei Sängerinnen ihre Kinder- und Jugendzeit verbrachten.

Vor Riesenpublikum

"Es war ein karges Leben in der damaligen Nachkriegszeit, aber ein schönes Miteinander", erinnert sich Erna Niederalt. "Wir hatten keine Langeweile und bei uns war immer Leben im Haus." Und sie erzählt, dass schon der Großvater seinen Alltag mit Gesang ausfüllte und noch im Sterbebett ein Lied auf den Lippen hatte. In der Familie Steindl war es selbstverständlich, dass jeden Tag miteinander gesungen wurde. Die Mutter war es dann auch, die mit dem Fahrrad nach Waldmünchen fuhr, um dem damaligen Volksmusikpfleger Otto Peisl vom Gesangstalent ihrer Kinder zu berichten. Dieser kam mit seinem "Sachs Motorrad" angebraust und so entstand alsbald die Verbindung mit dem Bayerischen Rundfunk. Zum ersten Mal waren die "Geschwister Steindl" dann schon am 3. Mai 1953 beim 3. Böhmerwaldsingen in Waldmünchen auf der Bühne, und das bei einer Live-Sendung des Rundfunks. Erna war damals zehn, Maria acht und Thekla fünfeinhalb Jahre alt, als sie vor einem Riesenpublikum in der Großen Festhalle in Waldmünchen vor dem Mikrofon standen.

Kulturgutträger

Hans Reichl, der Zitherspieler des Bayerischen Rundfunks, begleitete die Steindlkinder bei ihren zwei Liedbeiträgen: "Fünf Fensterl hodn Vodan sei Heisl" und "Drom af'n Bergerl kukuk". Von da an traten die drei "Steindl-Kinder" 45 Jahre lang mit ihrem dreistimmigen Gesang bei vielen Veranstaltungen öffentlich auf. Besonders häufig in jungen Jahren waren sie Kulturgutträger der Volksmusik, wo sie auf verschiedenste Weise das geistliche und weltliche Volkslied pflegten. Im Jahr 1979 waren die "Geschwister Steindl" sogar bei einer großen ZDF-Fernsehsendung beteiligt, zusammen unter anderen mit dem legendären "Kim Pauli" und Annette Thoma. Seit 15 Jahren singen Erna und Maria nur mehr zu zweit. Für ihren Einsatz auf dem Gebiet der bayerischen Volksmusik wurde ihnen im Jahr 1987 der Anerkennungspreis der Hanns-Seidel-Stiftung verliehen.

Seit der Gründung des Oberpfälzer Volksliedkreises im Jahre 1955 gehören sie diesem Verband an. Die Geschwister Steindl sind somit die älteste noch aktive Singgruppe im Oberpfälzer Volksliedkreis und wohl auch weit darüber hinaus.

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