Karlskapelle erinnert an einen schweren Arbeitsunfall - Für Sanierung fließen keine Fördermittel
Kleine Kirche zum Dank gebaut

Die Karlskapelle am Feldweg zwischen dem Sportgelände des SV Neuhaus und dem Ort Rothenbruck ist eine der acht Kapellen, die durch den geplanten Kapellenwanderweg (wir berichteten) in einem Rundwanderweg miteinander verbunden werden sollen. Im Jahre 1817 wurde sie von Karl Rauh aus Neuhaus zum Dank für das gerettete Leben erbaut. Er wurde bei einem schweren Arbeitsunfall lebensgefährlich verletzt.

Mit seinem Ochsengespann war der Landwirt auf dem Feld beim Pflügen, als ein Gewitter aufzog und schließlich die Tiere durch Blitz und Donner so stark erschreckt wurden und durchgingen. Dabei geriet Karl Rauh zwischen Ochsengespann und Pflugscharen. Nur dem glücklichen Umstand, dass die Ochsen im Wald zum Stehen kamen, hatte er sein Leben zu verdanken.

Das Ehepaar Rauh blieb ohne Kinder und so wurden sein Hof und seine Grundstücke von den mit ihm verwandten Ahnen des heutigen Brauereibesitzers Georg Bauer gekauft. So erhielt die Karlskapelle auch den Namen "Bauers Kapelle". Nachforschungen ergaben jedoch, dass die Kapelle auf Gemeindegrund steht und deshalb durch die damalige Transaktion nicht in Brauereibesitz übergegangen ist.

Als die örtliche Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Neuhaus im vergangenen Jahr anlässlich des Weltjugendtags (WJT) Überlegungen für ein Projekt anstellte, welches man mit den französischen WJT-Gästen realisieren könnte, wurde der Dachstuhl der Karlskapelle erneuert und die Kapelle neu eingedeckt.

Weitere Arbeiten mussten jedoch eingestellt werden, denn als im Zuge der Planungen und der Beantragung von Fördermitteln aus dem EU-Programm "Leader+" auch geprüft wurde, ob auch aus den Mitteln des Landesamtes für Denkmalschutz ein Förderung möglich wäre, begannen zur Ermittlung der Förderfähigkeit auch Untersuchungen von Seiten der Denkmalschutzbehörde. Die Fortführung von privaten Sanierungsarbeiten hätte den denkmalschützerischen Vorgaben folgen müssen und hätte gegebenenfalls die förderfähigen Sanierungskosten reduziert. So kam es auch zum Stillstand der privaten Initiativen zur Sanierung der Karlskapelle.

Untersuchungen beendet

Mittlerweile sind für alle Objekte des Kapellenwanderwegs die Untersuchungen mit dem Resultat beendet worden, dass diese angesichts der zahllosen Denkmäler vergangener Zeiten und der nur geringen vorhandenen Fördermittel als nicht förderfähig eingestuft wurden. Ihre Sanierung bleibt Angelegenheit der Marktgemeinde und kann ohne Beachtung besonderer Vorgaben von der Marktgemeinde Neuhaus oder durch Privatinitiativen ihrer Bürger in Angriff genommen werden.