12.11.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Karsten Schmidt beleuchtet Anfänge, Meilensteine und schwierige Phasen der Firma Curamik "Alles zurück nach Eschenbach"

Extra Applaus bekam Karsten Schmidt für seine Kleidung. In Lederhose hielt er bei der Curamik-Jubiläumsfeier (wir berichteten) Rückschau auf die vergangenen 30 Jahre. Wie die Geschichte des Unternehmens fiel der Ton Schmidts mal spaßig, mal melancholisch und auch traurig aus.

von Autor LYProfil

Als "magisches Dreieck" bezeichnete der Leiter Forschung und Entwicklung die ersten Drahtzieher des Unternehmens: Altan Akyürek, den "begnadeten Kaufmann" Peter Maier und Dr. Jürgen Schulz-Harder. Der Ingenieur und ehemalige Technische Leiter ist für über 80 Prozent der Patente der Firma verantwortlich. Als Berater ist Schulz-Harder heute noch für Curamik tätig und war beim Fest ein gefragter Gesprächspartner.

Leitung im Container

Wie improvisiert die Anfänge waren, beschrieb Schmidt mit der "legendären Katze im Bondraum", die für das Fangen der Mäuse zuständig war. Mittlerweile ist der Bondraum fast schon ein Reinraum. "Wenn die Firma gewachsen ist, dann wurde es eng auf den Gängen", beschrieb er, wie 1990 bei der ersten Erweiterung 30 Mitarbeiter und schon zwei Jahre später 50 Mitarbeiter den Platz im Gebäude enger werden ließen.

Ebenso war Curamik ein "Spezialist" für Container. Das schnelle Wachstum wurde mit Containern überbrückt, in die auch die Geschäftsleitung einzog. Technische Meilensteine in der Firmenausstattung waren Mitte der 1990er Jahre der erste Laser für die Produktion und 2002 der erste Roboter namens "Robby".
Auch sprach Schmidt die Krise in den Jahren 2009 und 2010 an, in der die Unternehmensberatung Roland Berger und Restrukturierer die Firma umstrukturierten und viele Mitarbeiter das Unternehmen verlassen mussten. "Es ging ums Überleben", umschrieb Schmidt die Dramatik. Entscheidend für den Standort war die Devise, die der damalige Chef Roland Schmieder ausgab: "Alles zurück nach Eschenbach." Der damalige österreichische Mutterkonzern Elektrovac hatte unter anderem die Entwicklungsabteilung von Curamik nach Regensburg verlegt. Die Rettung bedeutete - gleich nachdem das Schlimmste der Krise überwunden war - der Verkauf an Rogers Corporation.

"Wir hatten schon viele Übernahmen mitgemacht, aber dann kamen die Rogers-Ritter", erinnerte sich Schmidt, dass deren Liebe zum Unternehmen beim ersten Gespräch auf Burg Wernberg entbrannte. Schon der neue Messestand 2011 zeigte, dass es wieder aufwärts ging. 2012 kam ein erneuter Einbruch - und für die Mitarbeiter der Qualitätskontrolle das bittere Anlernen der neuen ungarischen Kollegen sowie der Verlust des eigenen Arbeitsplatzes. In diesem Jahr zeigt die Kurve dann allerdings wieder aufwärts.

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