Kartellbehörde einigt sich mit Unternehmen - In Schwandorf keine Erhöhung geplant
Gasversorger: Verfahren eingestellt

Die Gaspreise für die Kunden der Gasversorgung Schwandorf, einer E.ON-Tochter, bleiben unverändert. Die Landeskartellbehörde hatte ein förmliches Missbrauchsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet, das nun eingestellt wurde, wie das bayerische Wirtschaftsministerium mitteilte.

Die meisten der 16 betroffenen Unternehmen haben demnach auf Preiserhöhungen verzichtet, die zum 1. April vorgesehen waren. Für die GVS Schwandorf gab es aber laut Josef Schönhammer, Pressesprecher der E.ON Bayern in Regensburg, "keine konkrete Festlegung, die Gaspreise zum 1. 4. 2005 zu verändern."

"Wir haben den höheren Preis gegenüber der Kartellbehörde begründet," sagte Josef Schönhammer. "Wir waren uns von Anfang an sicher, dass wir marktgerechte Preise verlangen." Das teilte die E.ON auch schon im Januar mit, als das Missbrauchsverfahren gegen die 16 bayerischen Unternehmen eingeleitet wurde (wir berichteten). Lange freuen können sich die Verbraucher trotzdem wahrscheinlich nicht: Der Verzicht auf Preiserhöhungen gilt nur bis einschließlich Juni 2005. Weil der Gas- an den Ölpreis gekoppelt ist, ist ein Anstieg dann durchaus möglich.

In der Erklärung des Wirtschaftsministeriums heißt es, mit dem Verzicht auf die Preisrunde im April sei eine Lösung gefunden worden, die den Verbrauchern unmittelbar zugute kommt. Für die rund 23 000 Kunden der GVS Schwandorf, die seit 1. Januar zum E.ON-Konzern gehört, gilt das nicht. Schließlich war konkret ja "keine Veränderung" geplant.

Das Verfahren gegen die 16 Gasversorger war im Januar eingeleitet worden, weil ihre Preise um bis zu zehn Prozent über dem Durchschnitt lagen. Für ein Einfamilienhaus bedeutet das laut Wirtschaftsministerium im Jahr Mehrkosten von rund 50 Euro. Die Unternehmen hatten seither die Möglichkeit, ihre Preise entweder zu senken oder sie zu rechtfertigen.