27.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Katholischer Burschenverein Aschach schrieb sich dies nach Krieg auf die Fahnen - 85-Jahr-Feier Streben nach religiöser Vertiefung

Sie führten in den vergangenen Jahrzehnten den Katholischen Burschenverein Aschach (von links): Florian Schäffer, Klaus Weigl, Josef Meier, Gerhard Meier, 2. Vorsitzender Markus Simon, Stefan Schäffer, Vorsitzender Wolfgang Weigl, Willibald Daller, Reinhold Simon, Thomas Walz, Mathias Singer, Michael Riß und Ehrenvorsitzender Johann Brunner. Bilder: sche (2)
von Alfred SchornerProfil

Ohne viel Aufhebens feierte der Katholische Burschenverein Aschach sein 85-jähriges Bestehen. Wie sagte es doch Präses Pfarrer Eduard Kroher in seiner Festpredigt: "Ein Vereinsjubiläum ist immer ein guter Anlass zum Innehalten, zu einem Rückblick, aber auch, um einen Blick nach vorne zu wagen."

Beim Dankgottesdienst im Gedenken an die verstorbenen und gefallenen Mitglieder blieb in der Ägidiuskirche kein Platz frei. Die Fahnen der Burschenvereine aus Hahnbach, Raigering und Hiltersdorf sowie der Feuerwehren aus Raigering, Immenstetten und Aschach hatten mit dem Jubelverein um den Altar Aufstellung genommen, das Buchbergecho umrahmte die Messe musikalisch. Pfarrer Kroher erinnerte an die Sonnen- und Schattenseiten in der Geschichte des 1929 gegründeten Vereins.

1932 wurde die Fahne geweiht. Doch bald erzwang die Gleichschaltungspolitik der Nationalsozialisten das offizielle Ende des Burschenvereins. Zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Aschacher Verband neu belebt. Dies geschah aus der Überzeugung heraus, dass ein Grund für die Katastrophe des Krieges die fehlende Verankerung im christlichen Wertesystem war.

Lebendige Christen

Und so kann man in der Vereinssatzung aus dem Jahre 1947 Sätze wie diese lesen: "Aus einer echten und frohen Jugendgemeinschaft sollen lebendige Christen hervorgehen, die ihre Aufgabe in Familie, Beruf und Volk treu erfüllen. Der Verein strebt darum religiöse Vertiefung an."

Bürgermeister Alwin Märkl stellte in seinem Grußwort die Bedeutung des Burschenvereins für Pflege von Tradition und Geselligkeit heraus. Der Beginn dieser Gesellschaften sei bis in das 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen, als sich männliche, schulentlassene Jugendliche bis zu ihrer Verehelichung zu "wilden oder freien Burschenvereinen" zusammengeschlossen hätten. Dieses Treiben sei der Kirche nicht verborgen geblieben. Deshalb hätten 1903 drei geistliche Pioniere der Jugendarbeit einen Dachverband der "Katholischen Burschenvereine des Königreichs Bayern" gegründet. In einer Mustersatzung seien der Vereinszweck und die Grundprinzipien festgelegt worden: Erhaltung und Förderung von Glaube und Sitte, Berufstüchtigkeit, Heimatliebe, Frohsinn und Scherz.

Freizeit sinnvoll nutzen

Ehrenvorsitzender Johann Brunner zollte den Burschen um die Vorsitzenden Wolfgang Weigl und Markus Simon große Anerkennung, dass sie gerade in der heutigen Zeit der Spaßgesellschaft bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und ihre Freizeit sinnvoll nutzen. "Die Mitglieder verstehen es hervorragend, das Traditionelle vorsichtig und umsichtig mit dem modernen Zeitgeist zu verbinden und dabei auch die gesamte Dorfgemeinschaft mit einzubinden", betonte er. Ihm schlossen sich die Vereinsvorsitzenden der vergangenen Jahrzehnte an und überreichten ein Erinnerungsgeschenk.

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