"Kinderhilfe Afghanistan"

Im zweiten Teil ging Dr. Erös auf die Arbeit seiner Familieninitiative ein. 1998 gründeten er und seine Frau die "Kinderhilfe Afghanistan". Ausschließlich mit privaten Spenden wurden Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser in ehemaligen Taliban-Hochburgen aufgebaut. Katastrophenhilfe wird in den Paschtunengebieten im Norden geleistet. Sämtliche Mitarbeiter - Lehrer Ärzte, Hebammen, Bauarbeiter - , die hier mitarbeiten, sind Afghanen. Die Spendengelder fließen direkt in die Projekte, nichts versickert in undurchsichtigen Organisationsstrukturen, betonte Erös. Er persönlich bezahle seine Mitarbeiter.

Das Engagement für schulische Ausbildung umfasst auch Projekte zur Berufsausbildung: So erhalten zahlreiche Frauen und Mädchen eine Ausbildung zur Schneiderin, Buben können Solar- und Photovoltaiktechnik erlernen. 17 000 medizinische Lehrbücher wurden in der Sprache der Paschtunen geschrieben und an der medizinischen Fakultät von Jalalabad ausgeteilt.

In der ehemaligen Talibanhochburg Laghman wird die erste Universität gebaut, geplante Studienrichtungen Germanistik und Journalismus. Eine gemeinsame Schule für christliche und moslemische Kinder aus besonders benachteiligten Familien entsteht derzeit im Paschtunengebiet Pakistans.
In seinem fast dreistündigen Vortrag gelang es Dr. Erös den Zuhörern die spezielle Problematik Afghanistans klarzumachen und einen Einblick in seine Arbeit zu gewähren. Wer mehr erfahren will, kann sich der Lektüre seiner Bücher widmen: "Tee mit dem Teufel" (2006) und "Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen: Eine deutsche Familie kämpft für Afghanistan" (2008). Informationen zur Arbeit der Kinderhilfe findet man unter www.kinderhilfe-afghanistan.de.
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