Kliniken AG-Vorstand Josef Götz informiert über Entwicklungen — Eschenbach gut ausgestattet
Überleben aller acht Häuser das Ziel

Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, macht sich stark für das Krankenhaus Eschenbach: "Ein baulich und gerätetechnisch sehr gut ausgestattetes Haus der Grundversorgung", lautete sein Urteil. Trotzdem lasse die Akzeptanz bei Bevölkerung und niedergelassenen Ärzten (noch) zu wünschen übrig.

Bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Rohrer-Saal charakterisierte Götz die Kliniken Nordoberpfalz als "starken Verbund für optimale Gesundheitsversorgung in der Region, der bundesweit für Aufsehen sorgt".

Der Manager stellte die acht Standorte vor. Sie decken ein Gebiet von zirka 80 mal 70 Kilometern ab, verfügen über 1298 Betten und rund 2700 Mitarbeiter und versorgen jährlich etwa 43 000 Patienten stationär. Das Krankenhausbudget bezifferte er mit 135 Millionen Euro. In der dünn besiedelten Region laute die Zielvorgabe Erhalt der flächendeckenden Krankenversorgung in der nördlichen Oberpfalz, eigenständiges wirtschaftliches Überleben der Krankenhäuser der AG und Erhalt einer möglichst großen Zahl von Arbeitsplätzen. Das setze Spitzenmedizin und Teilhabe am medizinischen Fortschritt voraus.

Leistungsspektren erweitern

Als medizinische Grobziele nannte Götz die Gesamtversorgung der Patienten aus der Region in der Region. Der Redner verwies auf die in Eschenbach bereits praktizierte heimatnahe Nachversorgung. Weitere mittelfristige Ziele seien die Reduzierung kostenträchtiger Doppelvorhaltungen und der Arbeitsplatzerhalt durch Erweiterung der Leistungsspektren.
Die Fallzahlen gingen nach einer von Götz vorgelegten Auflistung in Neustadt von 4465 im Jahr 2004 auf 3350 (Hochrechnung) im Jahr 2007 zurück. Davon sind Innere mit 1463/1300, Chirurgie mit 1797/1800 und Gynäkologie/Geburtshilfe mit 1205/250 Fällen betroffen. In Eschenbach reduzierte sich nach Wegfall der Geburtshilfe und erhöhter Inanspruchnahme der Inneren Abteilung mit Chefarzt Dr. Peter Ernst die Gesamtfallzahl nur von 2735 auf 2400. Die Vergleichszahlen für die Innere lauteten 1127/1430, für die Chirurgie 903/900 und für Gynäkologie/Geburtshilfe 705/70. Einbußen erlitt auch Vohenstrauß, wo die Fallzahlen von 1689 auf 1250 zurückgingen: in der Inneren von 959 auf 900 und in der Chirurgie von 730 auf 350.

Neustadt ohne Gynäkologie

Götz ging auch ein auf die Einhäusigkeit von Neustadt und Vohenstrauß mit Weiden und gab bekannt, dass Neustadt ab 1. Januar über keine Gynäkologie mehr verfüge. In diesem Haus werde eine "weitere wirtschaftliche Optimierung" notwendig sein. Überlegungen würden angestellt zu Gesamtsanierung und Zentralisation der Schulen. Ausgelastet seien die OP-Säle durch die Chefärzte Dr. Lutz und Dr. Dietl und die Belegabteilung Neurochirurgie und Orthopädie. Vornehmlich akut-geriatrisch mit Kardiologie und Gastroenterologie sei die Innere Abteilung ausgerichtet. Im Aufbau seien zusätzliche Spezialisierungen.
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