Künstlerinnen von "Malwas" präsentieren beim Denkmaltag Episoden des Ortes in Wort und Bild
Kaibitzer Geschichte ist bunt

Die zwölf Bilder der Kemnather Malgruppe "Malwas" sind trocken, die Stoffbanner zugeschnitten und das dazu passende Dutzend authentischer Texte zur Geschichte von Kaibitz gedruckt. Damit sind die künstlerischen Vorbereitungen der Kulturfreunde Kaibitz für den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September, fast abgeschlossen.

Der rührige Ortsverein nimmt mit einer ungewöhnlichen Kunstausstellung erneut an der vom Landesamt für Denkmalpflege initiierten Aktion zum Thema "Farbe" teil. Gerade dieses elementare Element der Malerei war Inspiration für einen künstlerischen Höhepunkt des Kulturspätsommers von "Malwas".

Zu einer Besprechung trafen sich der Vorstand der Kulturfreunde Kaibitz sowie die Initiatorinnen Susanne Vonhoff und Dr. Uta Wigger in der Schlossschänke. "Wir wollen mit unserer großen Kunstausstellung am 14. September in der ehemaligen Kaibitzer Kunstmühle den Ort, die Geschichten um ihn und seine mehr oder weniger bekannten Bürger zu unserem gemeinsamen Jahresthema machen", erklärten die beiden Künstlerinnen aus Kemnath. Das Thema der Schau heißt "Farben, Bilder, Geschichten in Kaibitz". Für die Organisation zeichnen die Kulturfreunde verantwortlich. Sie bereiten die alte Kunstmühle am Hammergraben der Vorsitzenden Ely Eibisch als Atelier und Vernissage-Treff vor. Uta Wigger hat mit Helene Eibisch die Geschichte von Kaibitz recherchiert und zwölf Ereignisse, die sich über die Jahrhunderte hier ereignet und die den Ort mit geprägt haben, ausgewählt.

Die historisch belegten Episoden beginnen mit der Frühgeschichte des Ortes, die Hans Bäte vom Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreis Kemnath mit einer Schauvitrine mit frühgeschichtlichen Fundstücken vom Lindenhof erhellt. Die in Wort und Bild dargestellten Geschichten um den Ort und dessen teils berühmte Einwohner ziehen sich bis ins 20. Jahrhundert.

Für jede Episode eine Farbe

Uta Wiggers Idee war, jeder der zwölf Geschichten eine Farbe zuzuordnen, die entsprechende Stofffahnen visualisieren. Dazu entstanden durch die zwölf Künstlerinnen der Kemnather Malgruppe Bilder als dritter Bezugspunkt des Dreiecks Farben, Bilder und Geschichten in Kaibitz. Elham Howeizi, Susanne Vonhoff, Renate Grosser, Edit Peter, Waltraud Müller, Ina Memmel, Katharina Hage, Amanda Moeller, Harriet Schmid, Maria Wende, Uta Wigger und Manuela Schelzke erhielten dazu per Los eine der zwölf Farben zugeteilt und die dazu recherchierte Geschichte ausgehändigt.

"Die Malgruppe hatte zu jeder Geschichte auf einer 50 mal 40 Zentimeter großen, auf einen Keilrahmen gespannten Leinwand ein abstraktes Bild zu malen", erklärte Vonhoff. In den Bilddetails machten die Frauen das jeweilige Thema mehr oder weniger abstrakt erkennbar. Zwischen Text, Stoffbahn und Bild soll der Besucher eine Verbindung herstellen.

Über Mord, Liebe und Tod

"Es wird eine ganz liebenswerte runde Sache, die Kaibitz im Wandel der Zeit und in verschiedenen Farben aus seiner Historie auftauchen lassen", war sich Vonhoff sicher. Die Werke handeln von Geschichten und Begebenheiten um das Kaibitzer Schloss. Dazu zählen Brände, Unfälle, Diebstahl, Mord, Liebe, Tod und Teufel sowie weitere historische Ereignisse. Die Bilder und Episoden werden erstmals am Tag des offenen Denkmals am 14. September in der Kunstausstellung gezeigt.

Bei einem Rundgang durch die Kunstmühle besprachen die Veranstalter die zur Verfügung stehenden Räume und Lichtverhältnisse sowie weitere Präsentationsdetails. "Die Ausstellung beginnt mit dem Grau der Vorzeit und zieht sich mit wechselnden Farben vom Keller bis unters Mühlendach", erklärte Uta Wigger. Roland Ehler wird dazu die Beleuchtung der Ausstellung übernehmen und für eine passende instrumentale Begleitung sorgen. Er hat bereits die Familiengeschichte Eibisch als Stammbaum an eine Mühlenwand geschrieben. Dazu gesellen sich alte Bilder, Exponate zur Schlosshistorie und die historische Mühle selbst.

"Mein erster Blick auf die zwölf Kunstwerke war für mich sehr beeindruckend", berichtete Ely Eibisch. Der bereits getätigte Aufwand und die Werke seien viel zu schade, um nach dem Ausstellungstag in Vergessenheit zu geraten. "Wir haben daraus eine auf 100 Stück limitierte 32-seitige Broschüre entwickelt, die dieses Ereignis festhält." Sie kann während der Ausstellung käuflich erworben werden. Die Schau beginnt am Sonntag, 14. September, um 10 Uhr. Mühlenführungen finden um 14 und 15.30 Uhr statt.
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