Mädchentrio schnuppert am Girls' Day bei der Firma Zechmayer
Fingerring aus Edelstahl als Erinnerungsstück

Bei diesem Handwerk geht es um Hundertstel Millimeter. "Die Mädchen haben ihre Arbeit ganz genau gemacht", urteilt Günther Stümpfl. Er ist Ausbildungsbeauftragter bei der Firma Zechmayer und betreute Elena Speth, Sabrina Pangerl und Ann-Kathrin Marner am Girls' Day.

Auf jeden Fall sind die drei um einige Erfahrungen in Sachen Männerberuf reicher. Sie nutzten die Chance und informierten sich über die Ausbildung eines Werkzeugmechanikers, Fachrichtung Formentechnik bei dem Grafenwöhrer Unternehmen.

Stümpfl nahm die Schülerinnen der Sophie-Scholl-Realschule (Pangerl und Marner aus Grafenwöhr) sowie Elena Speth, die momentan die 9. Klasse der Mittelschule in Weiherhammer besucht, unter seine Fittiche. "Zuerst habe ich ihnen den Betrieb gezeigt und danach ging's ans Stempeln von Namenschildern, Feilen und Sandstrahlen. Jeweils ein besonderes Erinnerungsstück für die Mädchen dürfte ihr neuer Fingerring aus Edelstahl sein. Die Schülerinnen durften dabei selbst an der Drehmaschine mitarbeiten. "Das Ergebnis war top", lobte Stümpfl das Trio.

Und was sagen die Mädchen selbst? - "Ich weiß noch nicht, ob dieser Beruf etwas für mich wäre. Aber es hat mir gut gefallen", meinte Sabrina Pangerl. Dem schloss sich auch Ann-Kathrin Marner.

Anders sieht es bei Elena Speth aus Kaltenbrunn aus. Sie weiß nach diesem Schnuppervormittag genau, was sie will: "Ich will diesen und keinen anderen Beruf lernen, denn er ist voll interessant!" Einen gewissen Anteil an dem Interesse für diesen Beruf haben bestimmt auch Elenas Vater, der Industriemechaniker ist und auch ihr Bruder, der bereits bei der Firma Zechmayer arbeitet. Leider hat die 15-jährige aber noch keine Zusage auf ihre Bewerbungen erhalten.
"Es freut uns, dass es den Schülerinnen bei uns gefallen hat und sie einen Eindruck gewinnen konnten", zog Firmenchef Rainer Zechmayer Bilanz. Außerdem gestand er: "So etwas hatten wir noch nie, dass sich der Berufswunsch, wie bei der 15-jährigen Elena damit so massiv festigt." Zechmayer versprach schon jetzt, im nächsten Jahr wieder beim "Girls' Day" mitzumachen.

6,7 Prozent sind Mädchen

Am Aktionstag besuchte auch Monika Reichl, die Beauftragte für Chancengleichheit beim Job-Center Weiden/Neustadt/WN das Formenbau-Unternehmen in Grafenwöhr. "Bundesweit gab es im vergangenen Jahr 3519 Ausbildungsverträge für den Beruf des Werkzeugmechanikers. Davon entfielen 234 auf Mädchen, und das entspricht 6,7 Prozent", informierte Reichl.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.