Margitta Weissel landet nach Flucht aus der Heimat in Eschenbach - Glückwünsche zum 85.
Odyssee endet in der Oberpfalz

Auf das Wohl der Jubilarin stießen (von rechts) Sparkassendirektor Wolfgang Busch und Bürgermeister Peter Lehr sowie (von links) die Söhne Jürgen und Werner an. Bild: rn

Auf ein bewegtes Leben kann Margitta Weissel zurückblicken. Nun feierte sie 85. Geburtstag. Besonders freute sie sich über den Besuch von Bürgermeister Peter Lehr, Sparkassendirektor Wolfgang Busch und Vertretern der evangelischen Kirchengemeinde.

Geboren wurde die Jubilarin in Schweidnitz/Schlesien. Gegen Ende des Kriegs trat sie mit Schwester und Mutter, bedroht von Tieffliegern, Eis und Schnee, zu Fuß die Flucht nach Westen an. Wenige Habseligkeiten waren auf Fahrrädern verstaut. Nach einem Aufenthalt in Wasserau bei Bischofteinitz im südlichen Egerland, es herrschte inzwischen Waffenstillstand, gelang der Grenzübertritt bei Schönsee.

Hochzeit am Silvestertag

Die monatelange Odyssee führte in langen Fußmärschen über Waldsassen nach Speinshart und fand im Schulhaus Tremmersdorf ein Ende. Arbeiten in der Landwirtschaft sicherten das tägliche Brot. Nach russischer Gefangenschaft fand Vater Paul Schmatzler seine Familie in Tremmersdorf wieder. Im Dorf an der Creußen lernte sie Hugo Weissel kennen, der mit 17 Jahren zur Wehrmacht eingezogen worden war, in Ungarn in Gefangenschaft geriet und nach mehreren Lageraufenthalten in Bernreuth bei Auerbach entlassen wurde. Da er nicht mehr in seine ostpreußische Heimat zurückkehren und keinen Wohnsitz nachweisen konnte, vermittelte ihn das Arbeitsamt als landwirtschaftlichen Helfer nach Tremmersdorf. Am Silvestertag des Jahres 1949 wurde geheiratet. Als leidenschaftlicher Fußballer kickte Hugo Weissel beim FC Tremmersdorf und schloss sich nach dessen Auflösung 1952 dem SC Eschenbach an. Seine Sportfreunde sorgten dafür, dass die junge Familie 1953 vom "Herlenz'n" nach Eschenbach umziehen konnte. 1964 schaffte sie den Einzug ins eigene Heim in Apfelbach.

Gerne erinnert sich Margitta Weissel an die familiäre Atmosphäre unter den damaligen Fußballern. Ihr Hugo war 18 Jahre lang als Chef der Abwehr eine feste Stütze der SCE-Elf. Die Jubilarin sang über 40 Jahre im evangelischen Kirchenchor, arbeitete Jahrzehnte im Bastelkreis mit, schmückte 16 Jahre die Kreuzkirche und führte 15 Jahre den Kiosk auf dem Campingplatz Großkotzenreuth (heute "Hexenhäusl"). Ein schwerer Schicksalsschlag traf sie vor sechs Jahren mit dem Tod des Ehemannes.

Auch Urenkel gratulieren

Zu den Gratulanten mit den Familien der beiden Söhne mit vier Enkeln und zwei Urenkeln, Nachbarn und Freunden zählten auch Walter Trötsch als Vertrauensmann der evangelischen Kirchengemeinde, Maria Cronenberg für den evangelischen Seniorenkreis, eine Abordnung des evangelischen Kirchenchores und Werner Spillner als Repräsentant der Siedlergemeinschaft.
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