20.01.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Markt geht mit dem Bebauungsplan "Bergäcker" neue Wege - Entwurf präsentiert Statt Einheitsbrei individuelle Note

Weg vom Einheitsbrei: Der Markt Wernberg-Köblitz weist mit dem Areal "Bergäcker" ein Baugebiet aus, in dem auf größtmögliche Gestaltungsfreiheit Wert gelegt wird. Architekt Martin Gebhardt stellte den Markträten in der Sitzung den Planungsentwurf und seine Fixpunkte vor.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

Der Entwurf ist bereits mit dem Kreisbaumeister diskutiert worden. Wo es von der Grundstücksgröße her Sinn macht, ist die Firstrichtung frei wählbar: entweder parallel oder senkrecht zur Erschließungsstraße. Pro Gebäude sind zwei Wohneinheiten zugelassen.

Moderne Dachformen

Die maximale Firsthöhe beträgt sechs Meter, die Wandhöhe an der Traufe 4,50 Meter und die maximale Ansichtshöhe an der Gartenfassade 8,50 Meter. Georg Hölzl befürchtete bei den vorgegebenen Höhen Probleme beim Dachausbau. Dem ist nicht so: Die Höhen der "Außenhaut" sind zwar vorgegeben, nicht jedoch die Strukturierung im Innenbereich. Wer seinen Keller tiefer setzt, erhält großzügigere Etagenhöhen. Bei der Dachform tendieren die Bauinteressenten zur modernen Bauweise mit flacher Dachneigung. Gauben sind laut Gebhardt nicht zulässig. Es sollen Pult- und Satteldächer mit relativ flacher Neigung - bis 25 Grad - möglich sein. Solarenergie macht da wohl nicht mehr so viel Sinn, doch auf den Garagen können Ständer für Kollektoren angebracht werden. Stellvertetende Bürgermeisterin Maria Schlögl freute sich, dass in dem Entwurf viel Platz für Individualität ist. "Es muss doch nicht ein Haus wie das andere aussehen".

Landschaftsarchitektin Christine Meyer vom Amberger Büro Röth legt Wert darauf bestehende Gehölzgruppen zu erhalten und durch Neupflanzungen zu ergänzen. In den Vorgärten südlich der Erschließungsstraße sollen Kleinbäume gesetzt, östlich der Straße die Böschungen bepflanzt werden. Für jede Baumaßnahme muss die Gemeinde Ausgleichsflächen vorweisen können. Im Gebiet "Bergäcker" - 9 427 Quadratmeter Eingriffsfläche - kann der Ausgleichsbedarf von 3770 Quadratmetern durch die angrenzende Wiese problemlos gedeckt werden. Sie soll mit Baumgruppen und Obstgehölzen aufgewertet werden.

Marktrat Gerhard Bäumler plädierte dafür, Gruppen anzulegen, um die spätere Pflege zu erleichtern. Auf den öffentlichen Flächen nur pflanzen, was notwendig ist, meinte Erwin Hartinger. Der Umfang könne nicht beliebig reduziert werden, erläuterte Christine Meyer. Den gesetzlichen Vorgaben nach müsse es sich noch um eine Aufwertung der Fläche handeln.

Ein Hausbaum

Der Marktrat beschloss letztendlich eine Dachneigung von 0 bis 25 Grad und den Verzicht auf Gauben, empfahl das Pflanzen von Böschungshecken und machte mit 10:9 Stimmen den Hausbaum zur Pflicht.

Otto Kehrer, Leiter des gleichnamigen Büros für Erschließungsplanung, präsentierte dann Straßen- und Kanalführung. Offizielle Zufahrt ist die relativ enge Bergstraße, die teilsaniert beziehungsweise erneuert wird. Die neue Erschließungsstraße wird 5,50 Meter breit. Geplant ist ein Mischwassersystem mit Stichleitung. Erwin Hartinger sprach die Probleme durch stehendes Wasser an. Wenn das letzte Haus bewohnt ist, gibt es keinen Stillstand in den Leitungen, meinte hingegen der Erschließungsplaner. Das Ganze sei auch eine Kostenfrage.

Erschließung 406 000 Euro

Die Gesamterschließungskosten bezifferte Kehrer auf 406000 Euro. Gerhard Bäumler meinte, dass man sich dabei den Luxus einer Ringleitung nicht leisten könne. Das Gremium verständigte sich darauf, diese Position zum Kostenvergleich alternativ mit auszuschreiben.

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