06.09.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

MdL Tobias Reiß: Maßgeschneidertes Programm Steinwald als Ökomodellregion

"Wir haben jetzt die Chance, ein maßgeschneidertes Projekt zu bekommen, bei dem wir das Thema Ökologie in der Region vertiefen können." Diese frohe Kunde machte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß bei einer Gesprächsrunde zum geplanten Projekt "Ökoregion südlicher Steinwald - Nachhaltiger Landbau in einer traditionellen Kulturlandschaft" in der Grenzmühle im Steinwald. Das Ziel: Der Steinwald soll eine staatlich anerkannte Ökomodellregion werden.

5,4 Millionen Euro stehen für das Projekt bereit: Abgeordneter Tobias Reiß stellte bei einer Gesprächsrunde in der Grenzmühle die Chance vor, für den Steinwald das Prädikat Ökomodellregion zu bekommen. Auf dem Bild (von links) Josef Schmidt, Robert Mertel, Tobias Reiß, Wolfgang Wenisch, Ulrich Härtl und Ernst Tippmann. Bild: njn
von Jochen NeumannProfil

Als Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie lud Landtagsabgeordneter Tobias Reiß die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden des südlichen Steinwalds, Landschaftsarchitekt Robert Mertl, den Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wolfgang Wenisch, Geschäftsführer Ernst Tippmann vom Naturpark Steinwald, Ulrich Härtl, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes in Tirschenreuth, sowie nicht zuletzt de, Ökolandwirt Josef Schmidt ein.

"Der Bio- und Ökobedarf kann derzeit selbst nicht gedeckt werden", stellte Landtagsabgeordneter Reiß fest. Hier müsse der Ausbau favorisiert werden. "Die regionale Vermarktung muss uns ein Stück mehr ins Bewusstsein gerufen werden." Dadurch könne die Bereitschaft der Bevölkerung gesteigert werden, auch regional stärker auf diese Produkte zuzugreifen. "Wenn wir dies richtig begleiten, können wir auch mehr Leute begeistern", betonte Reiß.

Der Verwirklichung des nachhaltigen Landbaus in einer traditionellen Kulturlandschaft hat sich der Verein "KulturLandschaft südlicher Steinwald" verschrieben. Mit Hilfe der umliegenden Kommunen könnte nach Worten des Landtagsabgeordneten nun ein Projekt der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen des neuen Landesprogramms "BioRegio Bayern 2020" gestartet werden, das gerade den ökologischen Landbau in Bayern weiterentwickeln möchte. "Dafür stehen in den nächsten zwei Jahren insgesamt 5,4 Millionen Euro bereit.
Unter dem Dach der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) soll dabei auch die Auslobung von sogenannten Öko-Modellregionen erfolgen. "Die Idee ist, dass sich Gemeinden zusammenschließen und innovative Projekte nach ökologischen Kriterien in der gesamten Wertschöpfungskette, angefangen von der Erzeugung und Verarbeitung bis zur Vermarktung, vorantreiben."

Wie die Gesprächsrunde in der Grenzmühle zeigte, mangelt es dem Verein KulturLandschaft südlicher Steinwald nicht an Ideen. Alleinstellungsmerkmale seien nach dem Landschaftsarchitekten und Naturschützer Robert Mertl beispielsweise die reizvolle und hochwertige Landschaft sowie die Flussperlmuschel im Grenzbach. Öko-Landwirt Josef Schmidt nannte die Rotvieh-Haltung im Steinwald, durch die auch zukünftig ein wohl einmaliges Produkt erzeugt werden könnte. "Wir sind in der Lage, bayernweit durch die Milch dieser Tiere einen Käse ohne Casein herzustellen." Aber auch der Anbau von Bio-Mohn für Biobäckereien wären im südlichen Steinwald ohne Probleme möglich.
"Der Erhalt der Kulturlandschaft braucht Unterstützung", stellte der Landtagsabgeordnete fest. Gerade dies könne mit der Entwicklung von Produkten und deren Vermarktung gelingen. Zudem fließen in das Projekt auch andere Interessen wie Tourismus, Naturschutz und die kleinbäuerliche Nutzung mit ein.

Der Leiter des Tirschenreuther Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wolfgang Wenisch hob heraus, dass der Titel "staatlich anerkannte Ökoregion Steinwald" sehr werbewirksam sei. Er stellte fest, dass das Projekt über den Ökoanbau hinaus gehe.

Wichtig sei jetzt die Klärung der Frage, ob das Projekt durch einen kleinen Gemeindeverbund oder durch den Zweckverband Steinwald-Allianz in Angriff genommen werde. Der Vorteil einer Zusammenarbeit mit der Steinwald-Allianz liege für Wenisch darin, dass sie beim Projektmanagement rund 60 bis 70 Prozent der Betätigungsfelder abdecken könnte. Ein notwendiger Projektmanager wird für zwei Jahre zu 75 Prozent zudem gefördert. "Wir müssen in das Programm hinein", war der Tenor der Gesprächsrunde. Um aber in das Projekt hineinzukommen, muss bis 31. Oktober ein Konzept eingereicht werden. "Was wir einreichen, muss Tiefgang haben", stellte Reiß fest. Potenziale seien vorhanden. "Den Wettbewerb müssen wir bestehen, denn dies ist der Schritt, den die Region braucht." Sehr positiv steht Bürgermeister Gottfried Härtl diesem Projekt gegenüber. "Schon alleine der Titel Staatlich anerkannte Ökomodellregion Steinwald würde mich reizen."

Bereits in der kommenden Woche sei laut Reiß ein "Werkstattgespräch" geplant, um die Unterlagen für die Bewerbungseinreichung im Detail zusammenzustellen. "Wir müssen alle Mühe bis Ende Oktober aufwenden, um reinzukommen", motivierte er die Gesprächsteilnehmer. "Das darf uns nicht durch die Lappen gehen", zeigte sich der Landtagsabgeordnete entschlossen.

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