31.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Mehr als 70 Teilnehmer einer Drückjagd bei Zirkenreuth erlegen nur einen einzigen Keiler Einsatz nahezu wirkungslos

Weil sich Landwirte rund um Zirkenreuth über die zunehmende Zahl von Wildschweinen und die dadurch verursachten Schäden beklagt hatten, setzte Jagdpächter Matthias Bach am Freitagnachmittag eine Drückjagd an. Doch die Aktion mit mehr als 50 Jägern und 20 Treibern blieb so gut wie wirkungslos, lediglich ein einziger Keiler konnte erlegt werden.

Im Hof des Fuhrunternehmens Schuller in Zirkenreuth trafen sich die rund 50 Jäger und 20 Treiber zu einer Einweisung. Die Teilnehmer der Drückjagd waren bis aus Amberg und Schwandorf angereist. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Die Leitung der Aktion lag bei Helmut Bach, dem Vater des im Urlaub weilenden Jagdpächters sowie Eckard Mickisch (Wunsiedel) und Hundeführer Herbert Fieback aus Schnaittenbach. Unterstützt wurden die Jäger, die aus der ganzen Oberpfalz und Oberfranken angereist waren, von Treibern der Jagdgenossenschaft Zirkenreuth/Pfaffenreuth. Vorsitzender Alois Männer hatte an der Kreisstraße TIR 22 eine verkehrsrechtliche Anordnung beantragt.

Rasante Vermehrung

Nach Angaben der Verantwortlichen habe sich die Wildschwein-Population in manchen Gebieten verdreifacht. Dadurch entstünden immer größere Schäden auf Feldern, auf Wiesen und in Gärten. Die Tiere vermehrten sich so rasant, dass die Jäger mit dem Abschießen nicht mehr hinterher kämen. Nachdem Landwirte rund um Zirkenreuth zuletzt wiederholt Schwarzkittel gesichtet hätten, habe man kurzfristig eine Drückjagd organisiert, um auf die Situation zu reagieren. Viele Jäger und Treiber hätten sich bereit erklärt, die Aktion zu unterstützen.

Die Einweisung auf dem Hof der Firma Schuller nahm Eckard Mickisch vor. Dabei rief er die Teilnehmer zu absoluter Disziplin auf. Anschließend ging es mit 18 Hunden hinaus in die Flur. Über zwei Stunden lang wurden Maisfelder durchkämmt, in der Hoffnung, dort versteckte Wildschweine zu finden. Doch nur ein einziger Keiler, der auch noch Jagdhunde erheblich verletzte, ging den Jägern ins Netz. Das wehrhafte Tier wurde schließlich erlegt. Wildsauen seien überhaupt nicht gesichtet worden, wie es hieß.

Enge Zusammenarbeit

Helmut Bach versicherte am nächsten Tag auf NT-Nachfrage, dass dennoch eine gute Stimmung unter den Jägern und Treibern geherrscht habe. Lob zollte er für den Zusammenhalt. "Jäger und Landwirte arbeiten eng zusammen, das wurde in Zirkenreuth deutlich", sagte Bach. Obwohl nur ein Keiler erlegt worden sei, hätten die Jäger und Treiber die anschließende Brotzeit genossen, zu der Jagdvorsteher Alois Männer eingeladen habe. "Wenn die Landwirte uns wieder rufen, kommen wir Jäger gerne, um zu helfen. Auch wenn der zahlenmäßige Erfolg diesmal ausblieb - wir sitzen in einem Boot", stellte Bach klar.

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