30.12.2003 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Mitterteicher Unternehmer Willi Karl Höftmann verstarb im Alter von 89 Jahren: Pionier in Wirtschaft und Sport

von Redaktion OnetzProfil

Mitterteich. (ah) Der Mitterteicher Unternehmer Willi Karl Höftmann ist tot. Er verstarb am Sonntag im Alter von 89 Jahren.

Höftmann war Träger der städtischen Sport-Ehrenmedaille und der Bürgermedaille in Gold. 1986 wurden sein Wirken als umsichtiger Unternehmer, aber auch seine großen Verdienste im sportlichen Bereich von staatlicher Stelle mit der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik gewürdigt.

Sein unternehmerisches Lebenswerk war der Aufbau eines Sanitär-Großhandels in Mitterteich. Damit bot er vielen Bürgern einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Als Hauptfaktoren in seinem Leben nannte der Verstorbene neben dem Beruf stets die Familie. Sein großes Hobby war der Sport.

Geboren wurde Willi Karl Höftmann 1914 im schlesischen Bunzlau. Sein Lebensweg war anstrengend und arbeitsreich, aber auch interessant und überaus erfolgreich. Die berufliche Tätigkeit begann Höftmann im Zweigwerk Bunzlau der Steingutwerke Breslau. Bereits im Alter von 21 Jahren war er Leiter dieses Werkes mit 120 Beschäftigten. Es folgten drei Berufsjahre in verantwortlicher Position bei einer Sanitär-Großhandlung in Dresden. Zurückgekehrt nach Schlesien machte sich Höftmann mit einem Teilhaber selbstständig. Die Firma stellte Artikel im Sanitärbereich her. Diese Pläne wurden jedoch durch den Wehr- und Kriegsdienst sowie durch die Vertreibung zunichte gemacht. Noch vor der Währungsreform 1947 entschloss sich Höftmann, in Mitterteich einen Sanitär-Großhandel aufzubauen. Begonnen wurde mit einem Erbbaurechtsgrundstück, das durch Zukauf nach und nach vergrößert wurde. Seine beruflichen Kontakte, die bereits in Schlesien und Sachsen entstanden, waren beim Aufbau in Mitterteich sehr hilfreich. Durch besonderes Engagement entstand das unternehmerische Lebenswerk, das den Mitterteichern Arbeitsplätze bot und für die Stadt zu einem wichtigen Steuerzahler wurde.

Vor etwa 30 Jahren gründete Höftmann einen Einkaufskreis in Frankfurt/Main, dem inzwischen 40 Großhändler angehören. Geballt wurden die Aufträge an die Industrie gegeben, um günstige Einkaufskonditionen zu bekommen. Nach der Grenzöffnung engagierte sich der Betrieb in Kottengrün in Sachsen. Durch die beiden Söhne Axel und Roland ist der Bestand des Unternehmens gesichert.

Der Verstorbene war einer der Pioniere im Sport in der Glas- und Porzellanstadt. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz wurde er mit der Ehrennadel des Bayerischen Fußballverbandes in Gold und der Verbandsschiedsrichter-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Ehrenmitglied war Höftmann beim SV und beim TuS Mitterteich, in beiden Vereinen wirkte er maßgeblich mit.

"Fußball ist mein Leben - ich war Schiedsrichter mit Leib und Seele", bekannte Willi Karl Höftmann 1999 bei der Verleihung der Bürgermedaille. Gerne erinnerte er sich an hochrangige Freundschaftsspiele, die er als Schiedsrichter geleitet hatte.

Den SV Mitterteich hat Höftmann geprägt. Fast zwei Jahrzehnte stand die Jugendleitung unter seiner Führung, danach war er lange Zeit der Vorsitzende des Vereins. Noch in diesem Jahr kam er auf den Fußballplatz und verfolgte die Spiele "seines Vereins", auch bei Feierlichkeiten war er stets dabei.

In den 50er Jahren hatte er auch maßgeblichen Anteil am Sportleben des TuS, besonders für den Bereich Fußball machte er sich stark und hat sich viele Verdienste erworben.

Der Trauergottesdienst und die Wegsegnung finden am Samstag um 10.30 Uhr in der evangelischen Kirche statt.

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