05.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Moderner Harvester im Hirschwald im Einsatz - Abgesperrte Flächen und Wege nicht betreten Macht Dreck, aber schont Boden

Um Schäden beim Nachlichten von Buchen- und Fichtenbeständen möglichst zu vermeiden, bedarf es einer besonderen Harvester-Technik. Eine solche neu konzipierte Maschine, wie sie die unternehmenseigene Technik der Bayerischen Staatsforsten aus Bodenwöhr besitzt, kommt im Wassertal im Hirschwald bei Leidersdorf in Steilhanglagen zum Einsatz. Die trockene Witterung und die dadurch geringere Gefahr von Bodenschäden lassen Holzeinschläge auch in schwierigen Geländesituationen zu.

Mit Hilfe eines speziellen Harvesters lichten die Bayerischen Staatsforsten Buchen- und Fichtenbestände im Hirschwald bei Leidersdorf nach. Dank ihrer Ketten schont die Maschine den Waldboden. Schäden sowie Beeinträchtigungen für Wanderer und Radler etwa durch verschmutzte Wege lassen sich aber auch mit diesem modernen Gerät nicht vermeiden. Bild: hfz
von Redaktion OnetzProfil

Der Technik-Leiter der Staatsforsten, Bruno Starke, schaffte einen geländegängigen Harvester an, weil der starkes Holz problemlos und schadfrei aus der Verjüngung herausheben, aber auch wegen seines vergleichsweise geringen Gewichts und der stets horizontalen Ausrichtung der Fahrerkabine auch steilere Hanglagen befahren kann, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsforsten.

Zwei Greifer

Das auf einem Kettenbagger-Chassis basierende Gerät hat mit dem Baumhalter einen zweiten Greifer, der es ermöglicht, die Baumriesen in voller Länge mit Krone in einer Reichweite von bis zu 14,50 Metern herauszuholen und auf der Rückegasse abzulegen. Damit werden Bestandsschäden minimiert. Der Kern 40 T gilt als Top-Gerät unter den Harvestern und kostet rund eine Dreiviertelmillion Euro. Der Holzeinschlag erfolgt, um der nachwachsenden Waldgeneration Licht zu geben. Dazu muss der Wanderweg im Wassertal aus Sicherheitsgründen einige Zeit für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Der Einschlag erfolgt maschinell durch Harvester und Forwarder. Ersterer fällt und entastet die Bäume, der andere transportiert das Holz an den Forstweg. Die großen Vorteile des Harvesters liegen in der Sicherheit für das Personal und in der kurzen Dauer der Maßnahme, ist die Maschine doch gut sechsmal schneller als ein Waldfacharbeiter.

Bei ordnungsgemäßer Handhabung sind die Schäden an Waldbestand und Boden geringer als bei herkömmlichen Holzerntemaßnahmen. Rückegassen müssen unabhängig davon, ob die Maschine oder ein Forstwirt die Holzernte vornimmt, erschlossen werden. Ein systematisches Gassennetz, hier alle 30 Meter, ist aus Sicht des Wald- und Bodenschutzes unverzichtbar.

Vorsicht: Lebensgefahr

Gleichwohl kann es auf den Forststraßen zu Schäden und Beeinträchtigungen kommen, oft verstärkt, weil bodenschonende Ketten auf den Rückefahrzeugen aufgezogen werden. Diese Ketten transportieren zwar Humus auf die Forststraße, schonen dafür aber den Waldboden, da der Druck über sie gleichmäßiger verteilt wird. Der Forstbetrieb Burglengenfeld bittet um Verständnis, wenn das Wandern und Radfahren für die Zeit der Maßnahme auf den betroffenen Wegen nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Aus Gründen der Sicherheit sind die abgesperrten Trassen und Aufarbeitungsflächen zu meiden, dort besteht Lebensgefahr.

Ziel des Forstbetriebs ist es, die beanspruchten Wege möglichst schnell über Splittung und Wegepflegemaßnahmen wieder in Schuss zu bringen. Geleitet wird der Einsatz von Johann Haimerl. Für eventuelle Fragen steht auch der zuständige Revierleiter Fritz Bieber zur Verfügung.

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