23.04.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Musical-Abend vor gigantisch-bizarrem Hintergrund - Imponierender Plan wird am 6. August in die ... Der Steinbruch als Kulisse für das "Phantom"

Schwandorf/Burglengenfeld. Was in früheren Jahren und Jahrzehnten weitgehend am Argwohn von Politikern und Verwaltungsapparaten scheiterte ("Viel zu laut!") hat sich zum Glück grundlegend geändert. Denn heutzutage darf es Open-Air-Konzerte in Stadtparks und vor Kirchen geben, sogar ein Steinbruch kann im August als gigantische Kulisse für eine Musical-Aufführung dienen.

von Autor HOUProfil

Zu danken ist ein solches Entgegenkommen an die Veranstalter Leuten wie dem Schwandorfer Oberbürgermeister Helmut Hey. Der sagte sofort ja, als man ihn vor Monaten fragte, ob denn im Sommer dieses Jahres eine Aufführung der Verdi-Oper "Nabucco" auf dem Schwandorfer Kreuzberg möglich sei. Hey ließ es nicht lange darauf auch zu, dass am 8. August im Stadtpark ein sehr bemerkenswerter Sänger und Liedermacher auftreten kann. Er heißt Hubert von Goisern und kommt mit seiner Tour "Trad II" nach Schwandorf.

In der Nachbarstadt Burglengenfeld geht man ähnliche Wege. Dort gibt es den Verein "Kunst und mehr", dessen Vorsitzender Roland Konopisky die Idee zu einer Musical-Aufführung auf dem Gelände des viele Hektar großen Steinbruchs der "Heidelberger Zementwerke" hatte. Konopisky tat Zweierlei: Er schloss sich mit dem in Burglengenfeld ansässigen Veranstaltungsbüro "power concerts" per kurzem Draht zusammen und kontaktierte mit dem Zementwerksleiter Volker Schneider einen Mann, der früher schon andere Freiluftveranstaltungen im Steinbruch zugelassen hatte.

Aus diesen Gesprächen resultierte ein Plan, der zwischenzeitlich sehr konkrete Formen angenommen hat. Am 6. August, einem Freitag Abend, wird das "Phantom der Oper" im Steinbruch gegeben. Vor einer wild-bizarren Kulisse, die dieses Musical zu einem ganz besonderen Erlebnis für die Zuschauer machen wird. Smoking und Abendkleid sind dazu nicht erforderlich, dafür festes Schuhwerk und, falls unerwartet Regen einsetzen sollte, wasserundurchlässige Kleidung.

Zu einer Vorbesprechung trafen sich dieser Tage die "Macher" im Steinbruch: Harald Konopisky, Volker Schneider, dazu Arthur Theisinger und Carola Kühnl von "power concerts". Übereinstimmend urteilten sie, dass dieser Abend etwas ganz Außergewöhnliches werden wird. Mit bis zu 1500 Zuschauern und einem Ensemble, dass das "Phantom" seit vielen Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum als vielbeachtete Tourneeaufführung gibt.

Was sich am 8. August im Burglengenfelder Steinbruch abspielen wird, ist alles "live". Die Truppe bringt ein eigenes Orchester mit, dazu ein Ballett und einen Chor. Sie setzt "Phantom der Oper" nach Kopit/Yeston um und damit in einer völlig anderen Fassung als die von Andrew Lloyd Webber. Gleichwohl deckt sich die Handlung in ihren Grundzügen: Der verunstaltete Erik lebt in den Katakomben der Pariser Oper und verliebt sich in die Sängerin Christine. Eine Liebe, die tragisch endet, wie man weiß. Der Kartenvorverkauf für das Musical im Burglengenfelder Kalksteinbruch ist seit Wochenbeginn angelaufen. Die Tickets kosten zwischen 29 und 44 Euro. In Schwandorf gibt es sie beim Musikhaus Schuster an der Postgartenstraße, in Burglengenfeld bei der Buchhandlung Arnold. Sollte sich der 8. August erkennbar als Schlechtwettertag abzeichnen, ist an eine Verlegung der Aufführung in die Burglengenfelder Stadthalle gedacht.

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