01.06.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Musical beim Katholikentag ein Riesenerfolg Paulus als Vorbild

Wer eine Stunde vorher schon anstand, hatte Glück. Nicht nur wer Politiker und Bischöfe beim Katholikentag sehen wollte, musste geduldig warten, auch beim Vorbacher Projektchor "In Via" und seinem Musical "Paulus - Einer von uns" war der Andrang groß.

Ein Glaubensfest zum Anfassen. Zum Schluss des Musicals hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Stehend sangen die meisten das Katholikentagslied und applaudierten den Sängern sowie Siegfried Fietz minutenlang.
von Autor LYProfil

Die 300 Plätze im Festsaal der St.-Marien-Schule (ehemals Englische Fräulein) waren schnell besetzt. Viele mussten weitergeschickt werden. Damit war Regisseurin Gerti Hofmanns größte Sorge schon genommen. Sie hatte gebangt, das Publikum könnte ausbleiben.

"Eine wunderbare Truppe"

Natürlich waren auch einige Freunde und Familienmitglieder des Chors mit angereist. Neben dem Musical genossen sie in der Altstadt und auf der Katholikentagsmeile die Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Glaubensfestes. Beeindruckt waren die Sänger aus Vorbach, Oberbibrach, Speinshart und Neusorg, als sie durch den voll besetzten Jugendstil-Saal unter viel Applaus auf die Bühne zogen. Der christliche Liedermacher Siegfried Fietz war ganz in seinem Element, als er dem Publikum die Darsteller präsentierte. "Es ist eine wunderbare Truppe aus der Oberpfalz, die ich schon seit Jahren kenne", lobte Fietz und stimmte mit dem Kirchentagslied und dem Lied "Schalom" die Besucher auf das Musical ein.

Die Idee, das Musical "Paulus - Einer von uns" auf dem Kirchentag aufzuführen, hatte Dieter Bauer vom Katholischen Bibelwerk. Fietz ging dann auf die Vorbacher zu, mit denen er schon erfolgreich die Geschichte Jakobs als Musical inszeniert hatte.

Als Petrus und Erzähler hatte Alois Hofmann die Aufgabe, den Lebensweg Paulus' zu skizzieren. Mit einem Rap "Wir bauen jetzt ein Zelt" wurde der Zeltmacher und Missionar von den jüngsten Chormitgliedern eingeführt. Die "Herzkinder", wie Fietz sie vorstellte, waren Melissa Dietz, Janina Mosch, Sophie Ackerschewski, Marieka Meier, Sophie Junge und Johanna Junge, betreut von Gabi Vinke.

Als Saulus hat der spätere Missionar jedoch die Christen verfolgt, bis ihn ein von Gott gesandter Blitz erblinden ließ. Josef Roder zeigte die Wandlung von dem erbitterten Christenverfolger zum glühenden Verkünder der Worte Christi. Bevor es so weit war, musste ihn Ananias (Bernhard Hauer) bekehren. Aus Feinde werden Freunde jubelten die Christen mit dem Lied "Er ist jetzt einer von uns".

Da das Mikrofon von Paulus ausfiel, überbrückte Fietz die kleine Pause mit einem Lied, das der ganze Saal mitsang. Musiker Gerhard Barth hatte das Problem schnell gelöst. Mit wechselnden Mikrofonen hatten Technik-Helferin Magdalena Lautner und ein Tontechniker aus Lüdenscheidt viel zu tun. Hochkonzentriert, aber ohne großen Einsatz blieb Souffleuse Gabi Leipold.

Die zentrale Frage stellte Petrus dem Bekehrten: "Wie fühlst Du Dich mit Deiner Schuld?" "Christus hat die Schuld auf sich genommen", ist Paulus' Erklärung. Auf seiner Missionarsreise trifft er auf viele Juden, die er zu Christen bekehrt, so zum Beispiel Heraklia (Rosi Heinz), Timotheus (Eduard Stopfer) und eine Sklavin (Sabrina Ott). Mit einem überzeugenden Solo begeisterte die junge Sängerin wie auch Irmgard Seemann als Lydia und Manuel Reiß als Silas mit ihren Stimmen das Publikum. Der Chor stand dem in nichts nach: Die mitreißende Darbietung wurde in vielen Proben unter der Leitung von Christa Stopfer eingeübt.

Moderne Interpretation

Mit dem Text wollte Autor Hanno Herzler die Bibelgeschichte zeitgemäß interpretieren. Bei dem Lied "Die Steinzeit ist vorbei" stehen die modernen Erschwernisse wie Schuldenlast, Mobbing, Altlast, Hochglanzfassade, Herz aus Stein und Krankheit auf den Steinen. Phaon (Tobias Pittner), der Richter (Josef Schraml) und der Gefängniswärter (Jochen Weiß) stellen die Szene des Paulus im Gefängnis von Philippi nach. In den Briefen des Paulus an die neuen Gemeinden schreibt er an die Korinther von Glaube, Liebe und Hoffnung.

Emotionen zum Schluss

Das eindringliche Liebesbekenntnis trug schließlich Oliver Fietz, der älteste Sohn des Liedermachers, als Schlusslied vor. Der langanhaltende Applaus und die Zugabe-Rufe des Publikums schoben das Ende der Vorstellung nach hinten. Zum krönenden Abschluss sangen alle Darsteller und der Chor gemeinsam mit dem Publikum, das sich an den Händen fasste, "Einer von uns" und das Katholikentagslied.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/katholikentag

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