Musikverein blickt auf erfolgreiches Jahr zurück
Missklänge durch Schulstress

Beim Musikverein Freudenberg standen Neuwahlen an. Das Gremium besteht (von links) aus Gerhard Zinnbauer(Dirigent), Martin Rumpler (2. Schriftführer), Franz Luber (Notenwart), Martin Meier(Schriftführer), Klaus Heldmann (2. Kassier), Wolfgang Gerl (2. Organisationsleiter), Miriam Gebhard (Beisitzer), Bernhard Rumpler (1. Kassier), Herbert Freitag(Organisationsleiter), Berthold Lächer (Jugendbetreuer), Richard Zweck (2. Vorsitzender), Werner Stein(stellvertretender Kreisvorsitzender NBMB) sowie Vorsitzendem

Der Musikverein blickte bei seiner Hauptversammlung auf ein erfolg- und ereignisreiches Jahr zurück. Vorsitzender Helmut Stobitzer bedankte sich bei allen Aktiven und den Eltern der Musikanten für das gute Miteinander. Beim Gedenken an verstorbene Mitglieder erinnerte er vor allem an die Verdienste von Altbürgermeister und Ehrenvorsitzenden Martin Schwarz. Dieser habe den Musikverein aus der Taufe gehoben und die Geschicke viele Jahre erfolgreich und engagiert als Vorsitzender gelenkt. Schwarz war stets Ratgeber, Förderer und Gönner und dem Verein bis zu letzt eng verbunden.

Stobitzer bezeichnete in seiner Rückschau die einwöchige Londonfahrt als Höhepunkt. Hier wurden einige Standkonzerte vor beeindruckenden Kulissen gespielt. Solche Fahrten seien zwar eine große planerische und finanzielle Herausforderung, erläuterte der Sprecher, aber für den Gemeinschaftssinn und den Vereinsgeist von unersetzlichem Wert.

Besonders schmerzlich

Neben zahlreichen Spieleinsätzen bei Festzügen und großen Veranstaltungen wie der Amberger Luftklangmeile und dem Windradfest in Freudenberg, waren das voll besetzte Weihnachtskonzert in Ammersricht, das ausverkaufte Frühjahrskonzert sowie die Jakobikirchweih mit Bewirtung der Gewerbeschau weitere wichtige Programmpunkte. Der Mitgliederstand sei leicht auf 316 gesunken. Neben der üblichen Fluktuation sei das Ausscheiden von langjährigen aktiven Mitgliedern besonders schmerzlich. Dies sei leider nicht abzuwenden und zu akzeptieren.

Jahrzehnte dabei

So dankte Stobitzer Katharina Jakubowicz für ihr jahrelanges Mitwirken im Orchester und für die Arbeit im Nachwuchsorchester. Auch Johannes Schwarz galt es als aktiven Musiker zu verabschieden und Dank zu sagen. Er war viele Jahre Leistungsträger und Ausbilder im Klarinettenregister. Besonderer Dank ging an den Dirigenten des Orchesters, Gerhard Zinnbauer, und Barbara Gerl, die das Nachwuchsorchester leitet und die Schüler auf Leistungsprüfungen vorbereitet.
Bürgermeister Norbert Probst erinnerte ebenfalls an die Verdienste von Altbürgermeister Martin Schwarz. Probst übernahm nach Schwarz das Spitzenamt in einem erfolgreichen und vorbildlich geführten Verein. Probst dankte allen Musikern, Ausbildern und Dirigenten für den Einsatz in, und für die Gemeinde. Der Verein sei wertvoller Botschafter für die Kommune. Stolz mache ihn das konstant hohe Niveau des Orchesters. Besonderer Dank gelte den Eltern der jungen Musiker, die mit Ansporn zum Üben, Fahrdiensten und nicht zuletzt finanziell ihre Kinder unterstützen.

Kompetenz und Konstanz

Dies beschränke sich nicht nur auf die musikalische Schulung, denn: "In solch einem Orchester werden auch Grundsteine zur Charakterbildung und soziale Kompetenz der jungen Leute gelegt." Hier werde Konstanz, Gemeinschaftssinn, und Durchhaltevermögen vermittelt.

Hoher Leistungsstand

Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB), Werner Stein, dankte dem Verein für steten Einsatz bei Veranstaltungen des Verbandes und auch für den hohen musikalischen Leistungsstand. Als kleines Geschenk überbrachte er die Kunde, dass die Delegiertenversammlung des NBMB im Oktober in Freudenberg stattfinden werde.
Danach gab Dirigent Gerhard Zinnbauer einen Überblick zum Leistungs- und Ausbildungsstand des Vereins. Derzeit sei das Orchester mit 40 Musikern besetzt. 35 Nachwuchskräfte befänden sich in Ausbildung. Hier sei ein leichter Abwärtstrend spürbar. Erfreulich sei, dass im ehemaligen "Problemregister Posaune" jetzt sechs Kinder ausgebildet würden. Auch das Schlagwerk erfreue sich regen Zuspruchs, hier zähle man sieben Schüler. Auch ums Klarinetten- und Flötenregister sei es gut bestellt.

Nachwuchssorgen gebe es bei Tenor- und Waldhörnern, da steuere man auf einen Engpass zu, mahnte Zinnbauer. Es müsse heuer mehr Augenmerk auf Nachwuchswerbung gelegt werden. Das Leistungsniveau sei erfreulich hoch. Man dürfe auf sechs bestandene D 1-Leistungsprüfungen, sieben D 2- und eine bestandene D 3-Prüfungen stolz sein.

Die Leiterin des Nachwuchsorchesters, Barbara Gerl, gab zu bedenken, dass es spürbar schwieriger werde, Nachwuchsarbeit zu leisten. Der Grund sei offenbar der wachsende Schulstress: "Die Kinder haben schlichtweg keine Zeit mehr, sich nach der Schule noch in einem Verein zu engagieren, in dem ebenfalls Üben und Lernen abverlangt wird", bedauerte sie. Zudem kämen viele erst am späten Nachmittag aus der Schule und könnten aus Zeitgründen nichts mehr annehmen. Dies sei eine bedenkliche Entwicklung. Mit Blick auf 2014 freute sich Gerl, dass neben der Mitwirkung beim Frühjahrskonzert das Nachwuchsorchester für die musikalische Gestaltung des Kommersabends der Feuerwehr Raigering engagiert wurde.

Bis zu 30 Jahre aktiv

Bei den Ehrungen bekamen Sarah Piehler, Stefanie Rumpler und Phillip Zinnbauer jeweils die Ehrennadel des NBMB in Bronze für zehn Jahre aktive Mitgliedschaft. Für 20 Jahre aktives Wirken wurde Maria Luber und Dirigent Gerhard Zinnbauer die Ehrennadel in Silber verliehen. Klaus Heldmann wurde mit der Goldenen Nadel und Urkunde für 30 Jahre aktive Mitgliedschaft bedacht. Gerhard Zinnbauer erhielt die Dirigentennadel in Gold der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände für 20 Jahre Tätigkeit mit dem Taktstock.

Bei den Wahlen wurde das bisherige Vorstandsgremium jeweils ohne Gegenstimmen bestätigt. Lediglich bei den Kassenprüfern gab es einen Wechsel. Helmut Hirn gab sein Amt frei. Ihm dankte Helmut Stobitzer für sein Engagement. Als neuer Kassenprüfer wurde Christian Nübler gewählt sowie Maria-Lorenz Schrott bestätigt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.