29.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Neue " Tatort"-Folge "Paradies" am Sonntag: Altersheim-Kriminalität in Österreichs Provinz Grausame Familienbande

Eigentlich will Majorin Bibi Fellner nur in den Urlaub. Ihre Pläne werden allerdings durch einen toten Vater, eine überraschende Erbschaft und einige zwielichtige Altersheimbewohner durchkreuzt. Der Fall "Paradies" zeigt zum Auftakt der neuen "Tatort"-Saison die Auswirkungen von Altersarmut.

Moritz (Harald Krassnitzer) hilft Bibi (Adele Neuhauser) im neuen "Tatort" aus Österreich, ihr Kindheitstrauma aufzuarbeiten. Bild: ARD Degeto/ORF/Hubert Mican
von Agentur DPAProfil

Regisseur Harald Sicheritz inszeniert den ersten Steiermark-"Tatort" (Sonntag, 20.15 Uhr in der ARD) wie ein düsteres Kammerspiel vor bedrückender Bergkulisse. Vieles dreht sich dabei um Fellner (Adele Neuhauser). Wie bereits im Grimme-Preis-gekrönten Fall "Angezählt" wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt, mischt sich Privates mit Beruflichem. Oberstleutnant Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) erweist sich dabei in ihrem zehnten gemeinsamen Fall als großer Rückhalt.

Von ihrem Vater hat Fellner seit Jahren nichts mehr gehört, als sie erfährt, dass er im Sterben liegt. Am liebsten möchte sie nichts davon wissen. "Willst du mit jemandem Kontakt haben, der dich nie haben wollte?", fragt sie. Doch dann lässt sie sich von ihrem Partner Eisner doch überreden, in den kleinen Ort in der Steiermark zu fahren, in dem ihr Vater in einem heruntergekommenen Altenheim liegt - in unmittelbarer Nähe der eigenen Kneipe, die ihn zum Alkohol und später in den finanziellen Ruin getrieben hat.

Erstaunlicherweise hinterlässt ihr dieser vermeintlich verarmte Mann rund 30 000 Euro. Genauso viel findet sich auch im Nachlass des zwei Wochen vorher plötzlich gestorbenen Zimmernachbarn. Das weckt das Misstrauen des wunderbar unharmonisch harmonierenden Ermittlerduos. Auf eigene Faust gehen sie der Sache nach, schleusen schließlich den pensionierten, schrulligen Kollegen Reinhard Sommer (Branko Samarovski) in das Heim ein.

Dort gibt der charismatische, verarmte und skrupellose Ex-Millionär Paul Ransmayr (Peter Weck) den Ton an. Für Weck ist es die erste Fernsehrolle nach dem Tod seiner Frau 2012. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung überredete ihn Krassnitzer selbst, die Rolle zu übernehmen. Eindrucksvoll zeigt Weck, dass er sich nicht nur durch Komödien witzeln, sondern auch düstere Figuren überzeugend darstellen kann.

Für Ransmayr und seine Rentner-Gang geht es um den Ausbruch aus der Tristesse des Altersheims. "Ich komme hier raus - und nicht erst in der Blechbüchse", gibt Ransmayr die Richtung vor.

"Alte Menschen sind gefährlich, sie haben nichts zu verlieren" resümiert schließlich Kommissar Eisner. Und die zweite Botschaft des "Tatorts": Familie ist grausam. Bis dahin müssen die beiden Ermittler allerdings einige menschliche Notlagen ausleuchten.

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