Neuer Führerschein, neue -klassen: Vortrag bei Gebietsverkehrswacht
Karte ersetzt "alte Lappen"

Die Anzahl der Führerscheinklassen ist am 19. Januar 2013 auf 17 gestiegen. In den vergangenen 50 Jahren hat sie sich damit mehr als verdreifacht. In der Jahreshauptversammlung der Gebietsverkehrswacht (wir berichteten) befasste sich Andreas Bscherer mit der für Neueinsteiger wie für "alte Hasen" nahezu unüberschaubaren Anzahl von Varianten.

Zur Gegenüberstellung zeigte er einen Führerschein aus den 1950er Jahren und das neue europaweit gültige Führerscheinkärtchen mit dem Eindruck "D", für das die Gültigkeitsdauer begrenzt ist. Er berichtete, dass alle vor dem 19. Januar 2013 ausgestellten Führerscheine noch bis zum 18. Januar 2033 gültig sind, später ausgestellte Lizenzen jedoch alle 15 Jahre erneuert werden müssen. Zu den "alten Lappen" gab er zu bedenken, dass diese eventuell im Ausland nicht anerkannt werden und daher ein Bußgeld fällig werden könnte. Unter Umständen sei mit ihnen auch kein Mietwagen erhältlich.

"Was man vor der Führerscheinklassenänderung am 19. Januar 2013 fahren durfte, darf man weiterfahren. Es gilt Besitzstandswahrung", sagte Bscherer, um die Verwirrung etwas zu mindern. Er räumte ein, dass der Verkehrsteilnehmer nicht jede Führerscheinklasse auswendig kennen müsse. Wichtig sei nur, dass jeder wisse, welches Fahrzeug er mit seinem Führerschein steuern dürfe und welches nicht. Unwissenheit schütze nicht vor Strafe, machte der Referent deutlich.
In Wort und Bild befasste er sich mit Elektrofahrrädern - sogenannten Schnell-Pedelecs mit mehr als 25 Stundenkilometern (versicherungs- und zulassungspflichtig) -, Kleinkrafträdern mit einer Geschwindigkeit von maximal 45 Stundenkilometern, Krafträdern, drei- und vierrädrigen Leicht-Kraftfahrzeugen und den verschiedenen Gewichtsklassen von Autoanhängern. Der Fahrlehrer beschrieb auch die Voraussetzungen für das Steuern von Kraftfahrzeugen mit mehr als 3,5 Tonnen mit Anhänger oder Sattelanhänger und mit mehr als acht Fahrgastsitzen. Für diese bestünden jeweils Altersgrenzen.

Bus- und Lkw-Fahrer, die im gewerblichen Bereich unterwegs sind, seien zu einer speziellen Berufskraftfahrerausbildung mit Prüfung bei der IHK verpflichtet. Ab September 2013 müssten sich Busfahrer, ab September 2014 auch Lkw-Fahrer alle fünf Jahre einer 35-stündigen Weiterbildung unterziehen.

"Beachten Sie bei der Umschreibung von Führerscheinen, dass alle Möglichkeiten eingeschlossen sind", lautete der Appell Bscherers. Er nannte als Beispiel die alte Führerscheinklasse B, die die neuen C1, C, D1 und D einschließe.
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