Neuer Glockenturm in Hauxdorf schweißt Dorfgemeinschaft zusammen - Freude bei der Segnung
Großartiges Gemeinschaftsprojekt

"Das Dorf ist aufgewertet, die Lebensqualität besser, aber an erster Stelle steht, dass die Dorfgemeinschaft durch den Bau des Glockenturms zusammenrückt." Stadtrat und Dorfgemeinschaftssprecher Jürgen Böckl fand bei der Segnung des Turms nur Positives. "Der Turm ist ein prachtvolles Zeichen aktiver Dorfgemeinschaft", fand auch Bürgermeister Hans Donko.

Die Segnung nahmen Pfarrerin Gertrud Göpfert und Pfarrer Martin Besold vor. Mit einem großen Dorffest feierten die Dorfbewohner ihren neuen Glockenturm auf dem Dorfplatz. Böckl freute sich, dass ebenfalls zahlreiche ehemalige Hauxdorfer gekommen waren. Auch eine Abordnung des Stadtrats war dabei. "Auch wenn Hauxdorf überwiegend katholisch ist, freut es mich, dass wir die Glockenturmsegnung ökumenisch feiern", sagte Böckl weiter.

"Braucht's das?"

"Der Glockenturm sollte gestrichen werden. So fing es vor vier Jahren an", blickte Böckl zurück. "Braucht's das?", hieß es, als die Bagger anrückten und es darum ging, ein Einweihungsfest zu organisieren. "Hat es das gebraucht? Das können Sie sich heute fragen", so der Dorfsprecher. Für ihn ist die Antwort klar: "Die Lebensqualität wird besser, sie steht aber nur an zweiter Stelle", betonte Böckl. Wichtiger sei, dass die Dorfgemeinschaft zusammenrückt. "Das Engagement der letzten Wochen war überwältigend. Von den Jüngsten bis zu den Ältesten, jeder hat seinen Beitrag geleistet," sagte er. Schon lange nicht mehr sei soviel Zeit miteinander verbracht, geredet worden und von allen nicht mehr an einem Strang gezogen worden. "Das ist Lebensqualität."
"Vor vier Wochen haben wir noch nicht gewusst, dass das Glockenrangerl, auf dem der Turm steht, so eine Veränderung erfahren sollte." Während der Turm unter der Federführung von Zimmerer Christian Legat im benachbarten Stadel zusammengebaut wurde, kam die Idee, auch die Außenanlage zu verschönern. "Beim ersten Gang zum Bürgermeister bat ich um gebrauchte Treppenstufen, und schon einen Tag später kamen die Landschaftsbauer Wolfgang Legat und Armin Tretter mit der Bitte auf mich zu, nach Granitsteinen nachzufragen." Bereitwillig habe Donko ausgeholfen. "Ihm gebührt großer Dank", so Böckl.

Nahezu 20 Firmen haben mit großzügigen Spenden das Projekt möglich gemacht. "Sie boten auch Unterstützung ohne Nachfrage an." Ihre Namen seien an einer Tafel am Turm verewigt. Der Stadtrat sprach allen Unterstützern und der Stadt Dank aus. Sein Dank galt allen Helfern, Dorfbewohnern und Festorganisator Bernhard Fütterer.

Schillers "Glocke"

Bürgermeister Donko begrüßte auch den letzten Bürgermeister der Gemeinde Hauxdorf, August Fütterer, als "Altbürgermeister". Mit der "Glocke" von Friedrich Schiller, dessen Vorfahren Wurzeln in Erbendorf haben, machte der Bürgermeister einen Schwenk auf die Entstehung eines solchen Klangkörpers. "Für Hauxdorf gelte aber: Was wäre die Glocke ohne Turm - ein stimmloses Stück Metall."
Das Stadtoberhaupt ging auf die Bedeutung der Glocken in der christlichen Kultur ein. "Sie sind Hinweis auf Tagesbeginn und Tagesende. Die Glocke schlägt für den Lebensbeginn und das Lebensende." Der neue Glockenturm samt Geläut sei nach seinen Worten eben genau dieses Zeichen für die Bewohnerschaft. Dank der guten Zusammenarbeit der Hauxdorfer sei ein "wunderbares Werk" geschaffen worden. Die Stadt habe gerne geholfen. Dank sprach er dem Stadtratskollegen Jürgen Böckl aus, der bei der ganzen Maßnahme "die Fäden in der Hand" gehabt habe. "Die Unterstützung der Dorfgemeinschaft war nicht nur eine Verpflichtung der Stadt. Wir haben es gerne getan." An Böckl überreichte er abschließend ein Spendenkuvert für die Dorfgemeinschaft.

"Seit dem frühen Christentum gehören die Glocken zum Musikinstrumentarium der Kirche", sagte Pfarrerin Gertrud Göpfert. Sie riefen zum Gebet. "Der Klang der Glocke erinnert uns daran, dass wir nicht von Brot allein, sondern von Gottes Wort leben." Die Dorfglocke stifte eine Gemeinschaft vor Gott. "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen."

Aufruf zum Gebet

Pfarrer Martin Besold fügte hinzu, dass die Gläubigen beim Klang der Glocke aufgerufen seien zu beten. Mit Gebeten und Gesängen baten die Geistlichen um den Segen für den Glockenturm. Besold besprengte sowohl den Turm als auch das neue Kreuz in einer Mauernische. Der Segnung schloss sich eine Maiandacht an, die die Stadtkapelle umrahmte.

Dann ging es zur weltlichen Feier, bei der auf die Besucher unter anderem eine gegrillte Sau wartete. Trotz der kühlen Witterung fanden sich viele Gäste ein. Die Hauxdorfer sorgten für die Bewirtung. Um die musikalische Umrahmung kümmerte sich die Blasmusik aus Kemnath.
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