28.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Neues Projekt "Pro Business" soll Berufsrückkehrerinnen unterstützen - Start am 1. Januar 6000 gut ausgebildete Fachkräfte

Neustadt/Weiden (fz) Eine Mutter, die noch Kinder erzieht, möchte wieder zurück in den Job. Oder: Eine Frau, die Angehörige pflegt, will Teilzeit arbeiten. Berufsrückkehrerinnen stoßen oftmals auf eine Vielzahl von Problemen, weil die Arbeitgeber Flexibilität fordern.

Barbara Mädl, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, und Margot Salfetter von der Agentur für Arbeit stimmen die Rahmenbedingungen für die Anlaufstelle für Berufsrückkehrerinnen ab. Bild: fz
von Redaktion OnetzProfil

Im Bezirk Weiden der Bundesagentur für Arbeit gibt es derzeit 6000 Frauen, die wieder in ihren Beruf einsteigen wollen. Sie sind zumeist gut ausgebildete Fachkräfte. Sie haben aber bei zwei Drittel der vorhandenen Teilzeitstellen, die Flexibilität voraussetzen, große Probleme.

Bei 25 Prozent von ihnen erschwert oder verhindert die Kinderbetreuung einen Wiedereinstieg. "Pro Business", eine Anlaufstelle für Wiedereinsteigerinnen, soll hier ab Januar 2015 helfen. Träger ist die Agentur für Arbeit in Weiden mit den Netzwerkpartnern "Lokale Bündnisse für Familien" in Weiden sowie den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth, Jugendhilfe der Stadt Weiden und der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie gegebenenfalls die Industrie- und Handwerkskammer sowie regionalen Unternehmungs-Vereinigungen.

Unter der Regie von Barbara Mädl, Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt Neustadt, und Margot Salfetter, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit in Weiden, wird momentan das Programm zusammengestellt. Beide erläutern die Vorgaben und Ziele.

Kinderbetreuung

Hauptproblem ist demnach für die Frauen die Kinderbetreuung. Diese ist von 8 bis 17 Uhr gut geregelt. Problem sind die Randzeiten, für die Lösungen erstellt werden müssen. Beispiel: Eine Frau würde eine Arbeitsstelle mit Arbeitsbeginn 6 Uhr bekommen. Ihr Kind kann sie aber erst um 7.30 Uhr in den Kindergarten oder die Schule bringen.

"Es kann nicht sein, dass wegen einer Stunde oder etwas mehr für die Frau der Wiedereinstieg in den Beruf scheitert", sagt Mädl. Beruf und Familie dürften nicht zum großen Stress werden. Hier soll die Anlaufstelle für Wiedereinsteigerinnen eingreifen. Ihre Inhalte und Aufgaben sind die individuelle Arbeit mit ratsuchenden Frauen, die Optimierung der Zugangsbedingungen am Arbeitsmarkt mit der Schaffung von Transparenz bei vorhandenen Betreuungsangeboten für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige.

Aber auch generell die strukturelle Verbesserung bei der Randzeitenbetreuung halten Mädl und Salfetter dringend notwendig. Hier stünden speziell Tagesmütter, Notfall- und auch Ferienbetreuung im Fokus. Zudem wollen die beiden Kümmerer die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen suchen. Denn diese könnten auch durch Flexibilität den Wiedereinstieg erleichtern und so zu Fachkräften kommen.

"Pro Business" läuft zunächst zwei Jahre. In dieser Zeit hofft man auf Erfolge. Personell wird das Projekt mit zweieinhalb Kräften besetzt. Die Maßnahme wird ausgeschrieben und einem Bildungsträger übertragen. Das Budget umfasst im Jahr 167 000 Euro. 83 500 Euro trägt die Agentur für Arbeit. Die andere Hälfte soll von den Netzwerkpartnern kofinanziert werden.

Landkreis ist dabei

Wie bereits berichtet befürwortet Neustadts Landrat Andreas Meier das Projekt, so dass der Landkreis eine Förderung in Höhe von 24 500 Euro in Aussicht stellen wird.

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