Neuntklässler der Realschule im Stiftland verbringen drei ereignisreiche Tage in Berlin
Atombunker, Bundestag und Stasi-Gefängnis

Transitautobahn, Mauer, Checkpoint Charlie. All diese Begriffe haben längst ihren Schrecken verloren. Damit dieser Teil der deutsch-deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät und um der nachfolgenden Generation die Errungenschaften der Demokratie näher zu bringen, unternahmen die Neuntklässler der Realschule im Stiftland eine dreitägige Bildungsfahrt nach Berlin. Eingeladen dazu hatte MdB Albert Rupprecht.

Dicht gedrängt war das Programm, das Lehrer Reiner Summer für die Schüler vorbereitet und organisiert hatte. Gleich nach der Ankunft am Bahnhof Zoo begann eine dreistündige geführte Stadtrundfahrt, die den Schülern unter anderem durch die Besichtigung der Berliner Stadtmodelle im städtischen Bauamt einen ersten Überblick über die Bundeshauptstadt verschaffte. Die Jugendlichen stellten während der Busrundfahrt fest, dass nur noch die Pflastersteinlinie im Straßenbelag an den Mauerverlauf erinnert und ansonsten die einstige Teilung nicht mehr feststellbar ist. Berlin ist zu einer Stadt zusammengewachsen. Nach der Stadtrundfahrt besichtigte die Reisegruppe aus dem Stiftland den Bundesrat.

Diskussion im Bundesrat

Nach historischer und staatskundlicher Theorie wurden die gewonnenen Erkenntnisse gleich bei einem Rollenspiel in die Praxis umgesetzt: In einer simulierten Bundesratssitzung unter Vorsitz von "Bundesratspräsident" Christoph Frank, 9a, verhandelten die neunten Klassen professionell über eine Gesetzesinitiative des Landes Bayern (vertreten durch Florian Zeus und Alexander Scharnagl, 9b), wonach das begleitete Fahren beim Führerschein mit 17 wegfallen sollte. Am nächsten Tag stand die vertiefte Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte Berlins im Museum "Story of Berlin" auf dem Programm, die mit der Besichtigung eines Atombunkers unter dem Kurfürstendamm endete.

Am Nachmittag wurde es dann wieder politisch. MdB Albert Rupprecht hieß die Reisegruppe aus Waldsassen im Deutschen Bundestag willkommen. Da kurzfristig eine Aktuelle Stunde im Parlament anberaumt worden war und Rupprecht im Plenum sprechen musste, hatten die Schüler die Gelegenheit, ihren Abgeordneten live bei der Arbeit zu beobachten. Ferner bot sich den Schülern die Möglichkeit, in Bereiche des Bundestags vorzudringen, die normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Atemberaubender Ausblick

Während die Schüler nur 20 Meter vom Plenarsaal und der Regierungsbank entfernt auf Albert Rupprecht warteten, konnten sie aus nächster Nähe Blicke auf die Politprominenz werfen, darunter Claudia Roth und Ex-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung. Nach der Debatte im Plenarsaal ging es dann hoch zur Reichstagskuppel, von wo sich ein atemberaubender Ausblick auf Berlin bot. Der erlebnisreiche Tag endete mit einem Spaziergang Unter den Linden zum Alexanderplatz, wobei die Realschüler aus Waldsassen das Flair Berlins an einem schönen Frühlingsabend erleben konnten.

Die dunkle Stasi-Vergangenheit des DDR-Regimes erlebten die Realschüler am letzten Tag der Exkursion in bedrückender Art und Weise hautnah bei einer Führung durch das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Geleitet wurde sie von einem ehemaligen Häftling geleitet, wodurch die Jugendlichen Einblicke und Informationen aus erster Hand erhielten.
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