10.02.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Neuverschuldung in Höhe von 200 000 Euro angesichts wichtiger Großprojekte unumgänglich Ehrlicher Etat mit Planungssicherheit

"Wir wollen Planungssicherheit", so die Devise von Bürgermeister Georg Butz. Der Etat des Marktes wurde deshalbals erster im Landkreis verabschiedet. Ein Lichtblick sind heuer die enorm angestiegenen Gewerbesteuereinnahmen. Trotzdem: Die Schuldenlast drückt und unaufschiebbare Projekte wie Schule und Abwasserprojekte müssen finanziert werden. Eine Nettokreditaufnahme von 200 000 Euro ist unumgänglich.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

In mehreren Sitzungen hatten die Markträte ein fundiertes Haushaltspaket für die 5829 Bürger zählende und 6603 Hektar Fläche umfassende Kommune geschnürt. Angesichts der vielen drängenden Maßnahmen war es Wernberg-Köblitz - wie anderen Kommunen auch - nicht möglich einen Etat ohne Neuverschuldung aufzustellen.

Butz nannte die wichtigsten Projekte: Der Umbau der Schule soll zügig vorangehen, deshalb wurde der Ansatz für heuer von 420 000 auf 480 000 Euro erhöht. 20 000 Euro wurden noch für Gebrauchtfahrzeuge der Ortsfeuerwehren eingeklinkt. Der kostenreduzierende Austausch der Rathausheizung schlägt mit rund 5000 Euro zu Buche, die Weiterführung des EDV-Programmes mit 20 000 Euro. Für das Gerätehaus der Feuerwehr Wernberg sind 240 000 Euro, für das LF 16 der Feuerwehr Oberköblitz als erste Rate 130 000 Euro angesetzt. Die EDV-Ausstattung für den neuen Informatikraum der Schule beläuft sich auf 22 000 Euro, die Zuwendungen für die Kirchenrenovierungen auf 30 000 Euro. "Wir stehen mit 50 000 Euro in der Kreide. Da wollen wir heuer wenigstens 30 000 Euro abarbeiten", so Butz.

Kinder haben Priorität

Der erste Ansatz für die Ortskernsanierung beläuft sich auf 130 000 Euro. Der Posten für den Wege- und Straßenbau - zum Teil kostengünstig über die Direktion für ländliche Entwicklung zu finanzieren - wurde noch auf 60000 Euro aufgestockt. Das eigentlich nötige Budget kann damit nie abgedeckt werden, aber der Schule wurde einhellig Priorität eingeräumt. Mit einer Million Euro schlägt heuer die Abwasserbeseitigung in den östlichen Ortsteilen zu Buche, mit zwei Millionen die Kläranlage. Das seit 1992 überfällige Regenüberlaufbecken 4 - 250 000 Euro - muss schon alleine wegen des drohenden Verfalls der Förderzusage begonnen werden. Das Verbindungsstück am Friedhof Oberköblitz von der gepflasterten Ortsstraße bis zum Leichenhaus kostet 15 000 Euro, die Elektroheizung im Wasserwerk 30000 Euro. Hier verschlingt einen Großteil die Asbestentsorgung. Die Ersatzgeräte für den Bauhof sind mit 18 000 Euro angesetzt.

Zu diesen Brocken kommt noch die fällige Darlehenstilgung in Höhe von 830 000 Euro. Obwohl die Zuführung von Verwaltungs- an den Vermögenhaushalt 1,25 Millionen Euro betrug - es gab schon Jahre ohne Zuführung- ist das nicht ausreichend um das gesamte Investitionsvolumen abzudecken. Dafür wurde ein Fehlbetrag in Höhe von 350 000 Euro eingestellt. Eine Nettokreditaufnahme von 200 000 Euro war unterm Strich nicht zu umgehen.

Finanzielle Puffer

Butz dankte abschließend Kämmerer Bernhard Praschel, der die Kredite immer wieder durchforstet und umschuldet, wenn sich bei Ablauf der Zinsfrist günstigere Angebote auftun. Die Marktgemeinde hat auch zwei nicht in den Etat eingeflossene "Puffer" für den Kassenkredit bzw. Schuldenabbau: Zum einen sind dies Einnahmen, die durch vorläufig gestundete Erschließungsbeiträge im Industriegebiet West fällig werden, zum anderen Grundstücksverkäufe, die sich eventuell realisieren lassen, aber nicht sicher sind.

Der Dank des Bürgermeisters galt der konstruktiven Arbeit der Markträte. Im April/Mai werde man zudem damit beginnen ungedeckte Positionen aufzulisten, die dann in den nächsten Etat einfließen sollen.

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