19.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Nicht auf dem europäischen Grundstück

von Walther HermannProfil

Welche Gemeinsamkeiten hatte die Türkei vor 100 Jahren mit dem Deutschen Reich und wieso strebt sie derzeit nach Europa? Diese Frage stellte sich die Reservistenkameradschaft in der Monatsversammlung. Walther Hermann hatte den Rückblick aufbereitet. Er ging auf die gemeinsame Militärgeschichte und die Beteiligung im Ersten Weltkrieg ein. Auch die Ära "Atatürk", und damit der Ursprung der modernen Türkei, habe Deutschland maßgeblich mit beeinflusst. Mit historischen Dokumenten belegte Hermann, dass es deutsche Postämter mit eigenen Briefmarken in Konstantinopel, Jaffa, Smyrna, Beirut und Jerusalem gab.

Schwerpunkt der Versammlung war dann allerdings der Antrag der Türkei auf Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union. Hermann vertrat die Ansicht, die EU brauche eine gemeinsame Außenpolitik, eine gemeinsame Armee und gemeinsame Anstrengungen auf den Gebieten von Forschung und Technologie, um die Souveränität auf Dauer zu sichern. Ebenso wichtig sei eine gemeinsame Identität und Verfassung. Eben hier sprach der Referent von großen Differenzen zwischen Europa und der Türkei. Geografisch Asien und kulturell der islamischen Welt zugehörig, zähle die Türkei nicht zum "europäischen Grundstück", befand Hermann.

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