Oberkommissar Adolf Gräf testet die neue Uniform - Kommentare der Bevölkerung sind willkommen
"Modeschau" auf der Polizeiwache

Alte und neue Uniform nebeneinander: Hauptkommissar Werner Stopfer (links) trägt bis auf weiteres dunkle Hose, beiges Hemd und grüne Jacke. Oberkommissar Adolf Gräf testet als einziger Beamter der PI Eschenbach die neue blaue Dienstkleidung und das weiße Hemd. Bild: rn

Adolf Gräf wechselt die Farbe. Statt Grün und Beige trägt er zurzeit Blau und Weiß. Der 51-jährige Polizeioberkommissar ist der einzige in Eschenbach und einer von nur 500 Beamten in ganz Bayern, die die mögliche neue Uniform testen dürfen.

Nach wenigen Tagen ist er bereits sehr angetan. Die Dienstkleidung trägt sich angenehm. "Vor allem das neue weiße Hemd ist viel luftiger als das bisherige beigefarbene. Das ist ein großer Vorteil jetzt im Sommer."

Bis oben zugeknöpft

Einen Kritikpunkt hat Gräf allerdings ebenfalls schon entdeckt. Der Schnitt der blauen Dienstjacke ist nicht ganz so vorteilhaft. Mit den fünf Knöpfen vorne ist sie bis zum Hals geschlossen. "Das engt eher ein", beschreibt der drahtige Beamte aus Kaltenbrunn sein Gefühl.

Wegen des laufenden Tests lud die Polizeiinspektion Eschenbach zu einer kleinen "Modeschau" ein: Gräf in der neuen Uniform und stellvertretender Dienststellenleiter Werner Stopfer in der gewohnten Ausstattung machten den direkten Vergleich möglich.

Eleganter und moderner

Adolf Gräf war für den Trageversuch ausgewählt worden, weil er die Kriterien "Mindestalter 50 Jahre" und "Außendienst" erfüllt. Er ist besonders angetan von den überwiegend positiven Reaktionen der Bevölkerung und der Kollegen. Die blaue Kombination wird als "eleganter und moderner" eingestuft als die bisherige. In der Stoffqualität sieht er eine Verbesserung.

"Die aktuelle Uniform der Bayerischen Polizei stammt aus den 1970er Jahren", erklärte Hauptkommissar Werner Stopfer. Trotz einiger Verbesserungen sei sie in die Jahre gekommen. Jetzt gehe es bei dem Trageversuch darum, Qualität und Funktionalität zu verbessern. Im Vordergrund stehe insbesondere die Eignung für den Außendienst. Das Augenmerk richte sich auf atmungsaktive, wind- und wasserdichte Materialien.

Schnitt für Frauen

Als weiteren wichtigen Aspekt nannte der Pressesprecher den speziellen Zuschnitt der neuen Uniformen für die Frauen im Polizeidienst. Bayernweit gibt es etwa 40 000 Polizeibeamte. Davon verrichten etwa 27 500 ihren Dienst in Uniform. Mit dem jetzigen Versuch wolle das Innenministerium Transparenz schaffen, allen Kollegen und der Öffentlichkeit eine Möglichkeit zur Mitentscheidung geben.

Im Tagungsraum der PI Eschenbach hatte Gräf seine gesamte Testausstattung aufgereiht. Die Jacken haben an den Ärmeln kleine, reflektierende Streifen, die die Sicherheit bei Nachteinsätzen erhöhen. Sie können aber auch gewendet werden, wenn man nicht sofort erkannt werden will. Zum Winteranorak gehört ein herausknöpfbares Futter. Die Hose trägt helle seitliche Streifen, sogenannte Biesen.
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