09.12.2010 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Pachtvertrag für Kocher-Stollen wird nicht verlängert, also ist auch keine Sanierung möglich: Bergknappen beißen auf Granit

Fritz Held sieht für den im Frühjahr 2009 stellenweise eingestürzten Heinrich-Kocher-Stollen keine Zukunft mehr. "Weil unser Pachtvertrag nicht verlängert wird bekommen wir auch kein Geld für die Sanierung des Stollens", bedauert der Vorsitzende des Bergknappenvereins Marienschacht Wölsendorf.

Tür zu und Ende: Seit 20 Monaten ist der Heinrich-Kocher-Stollen für die Öffentlichkeit gesperrt und die Männer des Bergknappenvereins Marienschacht Wölsendorf um den Vorsitzenden Fritz Held (rechts) müssen sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass der Stollen nicht mehr saniert wird. Bilder: hfz (2)
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Das ist das große Dilemma: Die Bergknappen verfügen zwar noch elf Jahre über die Nutzungsrechte für den Kocher-Stollen, aber dann läuft Pachtvertrag aus - und er wird voraussichtlich nicht verlängert. Für staatliche Stellen sind elf Jahre zu wenig, um Geld in die Stollen-Sanierung zu investieren. Die Rede ist von 40 000 Euro, die nötig wären, das Erdmaterial aus dem Stollen zu schaffen und dessen Wände und Decke abzusichern. Diese Summe kann der Verein alleine nicht stemmen, aber eine Förderzusage der LAG Brückenland ist nichts wert, wenn der Pachtvertrag nicht verlängert werden kann. Und das will der Besitzer des Geländes nicht, auf dem sich der Eingang zum Stollen befindet.

Kein Verhandlungserfolg

Die schlechte Nachricht verkündete Fritz Held vor wenigen Tagen bei der Barbarafeier in Stulln. "Vor einem Jahr haben wir erfahren, dass der Besitzer den Pachtvertrag nicht verlängern will", erläuterte Held auf NT-Nachfrage. Da hat es bislang auch nichts genutzt, dass Bürgermeister Alois Böhm und Bezirksrat Alois Seegerer (Guteneck) mit dem Besitzer geredet haben, einem Landwirt.

Krater wird zugeschüttet

Laut Seegerer wird derzeit schon der Krater zugeschüttet, der sich vor 20 Monaten gebildet hat. Damals ist der Stollen im Übergangsbereich zwischen einem betonierten Teil und dem echten Fels eingestürzt, nicht allzu weit vom Eingang entfernt.

Ausgelöst haben könnte dies ein Wassereinbruch. Fest steht, dass seitdem Erde und Fels einen Weitergehen verhindern und auch keine Führungen mehr möglich sind.

Für den 72-jährigen Fritz Held und seine Vereinskameraden ist diese Entwicklung traurig und entmutigend. Die Mitglieder des Vereins Marienschacht bauten den Stollen seit 1995 mit viel Eigenleistung zu einem Besucherbergwerk aus, boten regelmäßig Führungen an und feierten Mettenschichten. Der Weg führte ebenerdig und schnurgerade mehrere Hundert Meter tief in den Berg. Aktiv betrieben wurde der Stollen im Flussspatrevier Wölsendorf von 1937 bis 1952.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.