Pater Joseph berichtet über indischen Staat Meghalaya
"Haus der Wolken"

Der Bundesstaat Meghalaya nahm Einzug in die Wirtschaftsschule. Er befand sich im Reisegepäck von Pater Professor Dr. Joseph Shaji, Direktor am Salesianer- Collage in Sonada und Leiter eines Rachitis-Projekts. Für die 8. und 9. Klassen gestaltete er zwei Unterrichtsstunden, die bleibende Eindrücke hinterließen.

Oberstudienrat Ralf Wittmann stellte den Gastreferenten vor, der in Rom Bibelwissenschaften studiert hat, als Sprachgenie deutsch, englisch, französisch und italienisch beherrscht und sich unter anderem auch hebräisch, aramäisch und in der Taubstummensprache verständigen kann. Eine Urlaubsvertretung in der Pfarrei Kulmain führte ihn in die Oberpfalz. "Pater Joseph", wie er genannt werden wollte, begann mit einem gestrafften Geografieunterricht über den indischen Subkontinent, der aus 28 Bundesstaaten und direkt regierten Unionsterritorien besteht.

Bei einer Bilderreise berichtete er von 1,2 Milliarden Einwohnern, die ein Durchschnittsalter von 30 Jahren haben und zu 80 Prozent dem Hinduismus, zu 13 Prozent dem Islam und zu 2,3 Prozent dem Christentum angehören. Trotz Schulpflicht, es wird in der jeweiligen Muttersprache, Hindi und Englisch unterrichtet, verfügten nur 61 Prozent der Bevölkerung über eine Schulbildung.
Mit einem überaus lebendigen Filmbeitrag, in dem Meghalaya als "Haus der Wolken" in Nordostindien besungen wird, vermittelte Pater Joseph den Schülern einzigartige Eindrücke über Natur, Folklore, Bevölkerung und Kultur des auf einer Höhe von etwa 1400 Metern liegenden Landes. Nach diesem Exkurs in eine andere Welt kam der Gast auf die Khasi-Bevölkerung zu sprechen, in der viele Kinder unter Rachitis leiden. Als Ursache nannte er Unterernährung und vor allem Mangel an Vitamin D, durch den sich so genannte X- und O-Beine ausbilden. Mit Bilddokumenten bot er einen Einblick in die monatliche Tätigkeit des "Medical Camp" seines Priesterseminars, in dem Untersuchungen, Rezepte, Spritzen und Ernährungsberatung angeboten werden. Pater Joseph zeigte Beispiele von Heilungen, wie sie bereits mehr als 15 000 Kindern zuteil geworden sind. Er berichtete des weiteren von der von ihm in der Region organisierten Schulbildung, Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer und der Unterstützung der Landbevölkerung beim Hausbau.
Nach dieser Menge an Informationen sprudelten aus den Schülern Fragen. Sie erfuhren unter anderem, dass der Tageslohn zirka 120 bis 150 Rupien, etwa zwei Euro, beträgt, wie die Essgewohnheiten sind und dass Hindi über 48 Schriftzeichen verfügt. Auf Wunsch der Schüler sang er mit Gitarrenbegleitung ein "Khublei", ein Dankeschön auf Khasi. Zum Projekt "Rachitiskinder" informierte Oberstudienrat Wittmann über die nach deutschen Wertmaßstäben billigen Heilungsmöglichkeiten: "Mit einem Euro ist pro Kind eine einmonatige Behandlung gesichert." Er stellte dazu Vergleiche mit den Handykosten der Schüler an, was zum Nachdenken anregte, und rief zu einer Spendenaktion auf.

Studiendirektor Erhard Lippert dankte Pater Joseph für dessen "Erdkundeunterricht zum Anfassen" und äußerte die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Als der Pater erwiderte "Wir sehen uns in Indien", folgte die spontane Schülerreaktion: "Bei der Klassenfahrt!"
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