Peter Wittmann und das Ballhausorchester verzaubern das Publikum beim Pfarrfest
Ein Chansonier in Rot

Das Ballhausorchester Weiden entführte beim Pfarrfest ein begeistertes Publikum musikalisch in eine Zeit, in der die Hits noch "Es muss einmal ein Wunder geschehen" hießen. Leiter und Sänger Peter Wittmann suchte als genialer Conferencier immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum. Bild: do

Ein kleiner grüner Kaktus taucht selten alleine auf. Was dabei erstaunt: Sein Eigentümer kommt als Kardiologe daher. Dr. Peter Wittmann weiß Bescheid über das menschliche Herz, über das männliche und das weibliche. Doch sein künstlerisches Herz schlägt für die sogenannte leichte Muse. Der singende Doktor und sein Ballhausorchester brannten zum Abschluss des Pfarrfests im großen Pfarrsaal ein musikalisches Feuerwerk ab.

Wittmann präsentierte sich mit Anzug und Fliege fast ganz in Rot. Doch das Hemd war schwarz und auch die frisch polierten Lackschuhe glänzten in der Farbe des schwarzen Humors. Sieht so ein Verführer aus - ausgerechnet auf kirchlichem Boden? Zu danken ist das Gastspiel des Ballhausorchesters "Kunstmäzen" Hubert Schug, wie Stadtpfarrer Thomas Jeschner bei der Begrüßung betonte.

Das Thema des Abends - "Haben Sie schon einmal im Dunkeln geküsst?" - ist ein zweieinhalbstündiges Programm der Kontraste. Denn wo Liebe und Sehnsucht blühen, wächst die Versuchung zur Parodie. Eben deshalb gelingen Peter Wittmann und seinen Musikern, unter ihnen der aus Eschenbach stammende Werner Schreml, scharfe Gegensätze zwischen Komik und Ernsthaftigkeit.

Auf vielfachen Wunsch der "Damen dieser illustren Stadt" und wegen der Anwesenheit der "Crème de la Crème der schönsten Frauen", wie der Chansonier in Rot feststellte, verführte der Künstler doppeldeutig in die Schlagerwelt der 1920er und 1930er Jahre. In seinen knappen Moderationstexten verstand er es, seinen Humor glänzend in Szene zu setzen.
"Ehe ist die einzige lebenslängliche Verurteilung, bei der man wegen schlechter Führung begnadigt werden kann" oder "Frauen wissen nicht, was sie wollen, aber das mit aller Macht", witzelte der Chef. Das Orchester spannte immer wieder einen Bogen zur leichten Muse, zu Liebe und Verliebtheit. "Annabell, bitte komm doch täglich", "Heute war ich bei der Frieda" oder "Der blonde Hans im Glück" von Hans Albers gehören ebenso zum offenbar unerschöpflichen Repertoire der musikalischen Spaßtruppe aus der großen Ära der Big-Band-Orchester wie ein Ohrwurm von Zarah Leander: "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen". Das Publikum war verzaubert. Hintersinn und Aussagekraft der Songs lassen sich kaum noch übertreffen.

Die Ovationen der Besucher blieben nicht unbeantwortet. Peter Wittmann dankte "fürs angenehme Geräusch" und gewährte mit seinem Team einige Zugaben.
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