18.08.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Pfalzgraf Friedrich von Vohenstrauß vor fast genau 450 Jahren geboren - Stadt feiert am Samstag "Gerechtigkeit festigt den Thron"

Pfalzgraf Friedrich von Vohenstrauß (11. August 1557 bis 17. Dezember 1597) prägte die Stadt mit dem Bau des Schlosses Friedrichsburg nachhaltig bis heute. Am Samstag soll an historischer Stätte sein Geburtstag vor fast genau 450 Jahren gebührend gefeiert werden. Ein guter Grund, nach der Person, seiner Herkunft und seinem Wirken zu suchen.

von Jürgen HerdaProfil

1505 war das Herzogtum Pfalz-Neuburg als Territorium wegen des Landshuter Erbfolgekriegs für die Kinder des Wittelsbacher Pfalzgrafen Ruprecht von der Pfalz (1481 bis 1504), Ottheinrich und Philipp, geschaffen worden. Als Ottheinrich (1502 bis 1559) 1556 nach dem Tod seines Onkels Friedrich II. Kurfürst der Pfalz wurde, überließ er das Herzogtum Pfalz-Neuburg seinem Vetter und Hauptgläubiger Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken (1526 bis 1569).

Länder aufgeteilt

Nach dessen Tod wurden seine Länder Zweibrücken und Pfalz-Neuburg unter den fünf Söhnen aufgeteilt. Philipp Ludwig (1547 bis 1614) erhielt den Hauptanteil mit der Residenz Neuburg, Ottheinrich II. (1556 bis 1604) wurde Erbherr über Sulzbach, Hilpoltstein, Heideck und Allersberg.

Pfalzgraf Friedrich wurde als vierter von fünf Söhnen des Pfalzgrafen Wolfgang von Zweibrücken in Meisenheim am Glan in der Rheinpfalz geboren. Er erlangte die Herrschaft über das Pflegamt Flossenbürg mit den Märkten Floß und Vohenstrauß sowie den pfalz-neuburgischen Teil über Parkstein und Weiden.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Friedrich überwiegend in der Neuburger Residenz, wo er streng im evangelisch-lutherischen Glauben erzogen wurde. 1581 übernahm er die Regentschaft über sein kleines Fürstentum, allerdings unter der Oberhoheit seines ältesten Bruders Philipp Ludwig. Am 4. und 5. Mai 1585 fand die offizielle Huldigung durch die Bürger in Floß und Vohenstrauß statt.

Zunächst im "Vesten Haus" in Weiden residierend, gab er 1585 den Bau einer neuen Residenz in Vohenstrauß in Auftrag. Die Bauarbeiten dauerten von 1586 bis 1593 nach Plänen des Burglengenfelder Baumeisters Leonhard Greineisen,

Am 26. Februar 1587 heiratete Friedrich Katharina Sophia (1561 bis 1608), eine Prinzessin aus Schlesien, Tochter des Herzogs Heinrich XI. von Schlesien-Liegnitz, in Ansbach. Mit ihr hatte Friedrich drei Kinder: Anna Sophie wurde am 25. November 1588 in Weiden geboren und starb im Alter von drei Monaten in Amberg, wo sie in der Basilika St. Martin beigesetzt wurde.

Georg Friedrich, wie sein Zwillingsbruder Friedrich Kasimir am 8. März 1590 in Weiden geboren, starb im Alter von vier Monaten am 20. Juli 1590 und wurde wie sein am 16. Juli 1590 verstorbener Bruder zunächst in der Stadtpfarrkirche St. Michael beigesetzt und 1598 nach St. Martin in Lauingen/Donau überführt. In der Sebastianskirche Weiden erinnert ein Epitaph aus der Werkstatt des Amberger Künstlers Georg Schweiger an die Söhne des Pfalzgrafen.

1593 zog das Fürstenpaar mit Hofstaat in die Friedrichsburg, die im Stil der Renaissance errichtet wurde. Wahlspruch des Pfalzgrafen war "Justitia stabilitur thronus", zu deutsch "Gerechtigkeit festigt den Thron". Damit waren die Bürger nicht schlecht gefahren.

Erbschaft geregelt

Pfalzgraf Friedrich starb am 17. Dezember 1597 in der Friedrichsburg. Schon 1588 hatte er seine Erbschaft geregelt und die Friedrichsburg als Witwensitz bestimmt. Am 21. Februar 1598 wurde er mit seinen Söhnen in die fürstliche Familiengruft nach St. Martin in Lauingen an der Donau überführt. Seine Gebiete fielen an das Gesamthaus Pfalz-Neuburg zurück.

Seine Witwe starb am 10. Mai 1608. Damit endete die Residenzzeit für Vohenstrauß. Sie war gekennzeichnet durch strenges Luthertum, bescheidene Hofhaltung und Ausbau der Verwaltung unseres Territoriums.

Das Schloss ist seitdem das Wahrzeichen der Stadt und lockt viele Besucher an, die aber meist vor verschlossenen Türen stehen. Nur manchmal wird es zu kulturellen Veranstaltungen genutzt. Die Einrichtung des städtischen Tourismusbüros in Verbindung mit verschiedenen Ausstellungen im Schloss könnte den Beginn einer neuen Blüte der ehemaligen Renaissance-Residenz über der Altstadt darstellen.

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