Polizei schätzt Schaden nach Brand in Oberlind auf 150 000 Euro - Ursache immer noch unklar
Auch Wohnhaus nicht zu retten

Das Wohnhaus des allein lebenden Leo Uschold (links) ist wahrscheinlich nicht mehr zu retten. Der Brand der angrenzenden Scheune hat es zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Bild: dob

Der 58-jährige Leo Uschold steht wenige Stunden nach dem Großbrand vor den verkohlten Resten seines landwirtschaftlichen Anwesens, das am Abend des Maifeiertags komplett niederbrannte. Auch Uscholds Wohnhaus muss wahrscheinlich abgerissen werden. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens 150 000 Euro.

Noch ist unklar, warum das Feuer ausbrach. "Es ging alles ganz schnell", berichtet Uscholds Bruder Hermann, der gleich nebenan mit seiner Familie wohnt. Sein ältester Sohn kam vom oberen Stockwerk aus angerannt und schrie: "Beim Leo brennt's".

Im Nu stand der ganze Hof in Flammen. Zusammen mit seiner Ehefrau und den drei Söhnen hat Hermann Uschold fluchtartig das Gebäude verlassen. Ein Autofahrer, der an der Straße unter dem Kalvarienberg unterwegs war, hatte bereits die Notrufzentrale in Regensburg alarmiert, noch bevor die Betroffenen selbst bei der Integrierten Leitstelle in Weiden anriefen.

Neuen Feuerwehren

Der explosionsartige Knall vor Ausbruch des Brands kam von der Eternit-Dacheindeckung der Scheune, die wegen der großen Hitzeentwicklung barst. Den Feuerwehrleuten machte der Wind zu schaffen, der die Flammen immer wieder anfachte.

Von einem Hydranten und einem unmittelbar hinter dem Wohnhaus liegenden Fischweiher bauten die Floriansjünger die Versorgungsleitungen auf. Hunderte Meter Schlauchleitungen lagen vor zwei anderen Weihern Richtung Vohenstrauß.
Vor Ort waren Löschtrupps aus Oberlind, Vohenstrauß, Lerau, Leuchtenberg, Altenstadt, Kaimling, Waldau, Woppenrieth und Pleystein. Während das Anwesen des Bruders vor den Flammen verschont blieb, hat es das Haus direkt neben der Scheune vor allem am Dachstuhl erwischt. Von den beiden landwirtschaftlichen Gebäuden, in denen ein Häcksler, ein Ladewagen, ein Autoanhänger und ein Bauwagen untergebracht waren, blieb nicht mehr viel übrig. Ebenfalls erwischt hat es einen historischen Porsche-Traktor.

Noch am Donnerstagvormittag begannen die Helfer mit einem Bagger mit den Aufräumarbeiten. Auch später noch waren zehn Mann der Ortsfeuerwehr mit Kreisbrandmeister und Kommandant Markus Kindl bei der Brandwache unermüdlich im Einsatz.

Solidarität der Nachbarn

Immer wieder kommen Oberlinder vorbei und sprechen der Familie Uschold Hoffnung und Mut zu. Der Brandleider hat aber gar keine Zeit, den Kopf hängen zu lassen, denn Kripo-Beamte und ein Mitarbeiter der Brandversicherung fordern seine ganze Aufmerksamkeit. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer war am Unglücksabend noch selbst zum Kalvarienberg gekommen, um sich über das Geschehen zu informieren.

In einem Gatter unterhalb der brennenden Scheune hatten sich die dort eingesperrten Schafe während des Brandes in die unterste Ecke verzogen und sich so instinktiv aus der Gefahrenzone gerettet, berichtete ein Feuerwehrmann. Für drei Katzen kam dagegen jede Hilfe zu spät.
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