Praxistag: Teilnehmer am Anfängerkurs erfahren Neues über Methoden der Schädlingsbekämpfung
Wenn Bienen keine Luft bekommen

In der Jahreshauptversammlung hatte Hans Krapf noch massive Kritik am mangelnden Interesse junger Leute an der Imkerei geübt. Umso größer war die Freude des Vorsitzenden beim Anfängerkurs für Bienenzüchter: Unter den mehr als zwei Dutzend Interessenten waren auch drei Jugendliche und acht Frauen. Bei einem Praxistag im Lehrbienenstand beschäftigten sie sich mit Methoden bei der Schädlingsbekämpfung.

Konrad Albersdörfer, stellvertretender Vorsitzender und Seuchenwart des Imkervereins, stellte den angehenden Kollegen verschiedene Bienenkrankheiten vor, zunächst die "Frühjahrs- oder Maikrankheit". Diese ist im engsten Sinn gar keine Krankheit: Durch Pollenflug (Eiweiß) werden die Därme verstopft, mit der Zeit klingt das aber wieder ab.

"Nohsema" ist eine typische Frühjahrskrankheit, die bis in den Frühsommer dauern kann. Sie ist eine Sporenkrankheit (Darmerkrankung) mit etwas längerer Dauer, die durch den Abflug der Jungbienen aber aufhört. Albersdörfer wies auch auf die "Dracheem"-Milbe hin, die die Luftröhre der Biene verstopft.

Zulassung und Zuschuss

Ausführlich erläuterte er diverse Bekämpfungsmittel, die von den Gesundheitsbehörden zugelassen sind und bezuschusst werden: Ameisen-, Milch- und Oxalsäure, "Oxuvar"-Gelee, "Thymovar"-Streifen und "Api-Live-War"-Gelee. "Perizin" werde zwar nicht mehr bezuschusst, könne aber noch angewendet werden, sagte der Seuchenwart. Das Mittel werde jedoch wegen der Rückstandsbildung sicher bald auslaufen.
Außer Oxalsäure könnten alle Schädlingsbekämpfungsmittel zur Sommer- und Herbstbehandlung verwendet werden. Ameisen- und Milchsäure eigneten sich auch für die Ableger-Behandlung, für Schwärme sowie Kunstschwärme. Ausführlich kam Albersdörfer auf die Verwendungsmöglichkeiten von "Thymavar"-Streifen zu sprechen, außerdem informierte er die angehenden Imker über die Kosten der einzelnen Mittel.

Mit der gefürchteten "Varroa"-Milbe - seit Jahren Hauptfeind der Bienenzüchter - und Verfahren, wie sie am schonendsten bekämpft werden kann, befasste sich Vorsitzender Hans Krapf. Um keine Rückstände befürchten zu müssen, griffen die Experten, statt chemische und synthetische Stoffe zu verwenden, wieder auf herkömmliche Mittel zurück. 60-prozentige Ameisensäure werde immer gebraucht, während 85-prozentige Säure nach wie vor nicht zugelassen und nur auf veterinärärztliche Anordnung zu erhalten sei.

Mit Varroa-Gitter

In Ergänzung der Ausführungen des Seuchenwarts sagte Krapf, dass Milch- und Oxalsäure nur in der brutfreien Zeit, also im November und Dezember, angewandt werden könne. Ameisensäure sollte als Vorstufe bei einer Außentemperatur von 20 bis 25 Grad und geringer Luftfeuchtigkeit verwendet werden.

Abschließend kam der Vorsitzende auf "Beuten", das sind Bienenkästen, zu sprechen. Er empfahl den angehenden Imkern Beuten mit Varroa-Gitter, Diese besäßen im Boden einen Schub, in den durch das Gitter die Varroa-Milben fallen. Dadurch lasse sich außerdem kontrollieren, ob eine Behandlung erfolgreich sei.
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